Bei Disco-Besuch drei Gäste verletzt: Geldstrafe. Das aggressive Verhalten eines 23-Jährigen mündet nun in der dritten Verhandlungsrunde in einem Schuldspruch.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 27. November 2019 (10:47)
Symbolbild
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Rissquetschwunde am Finger, Lockerung eines Schneidezahns und eine Schnittwunde trugen drei Diskothek-Besucher im März davon, beschuldigt wird ein 23-Jähriger aus dem Bezirk Waidhofen. Der Angeklagte erklärte sich (wie berichtet) in der Hauptverhandlung im September teilschuldig. Das Bezirksgericht befragte im Oktober Zeugen, die allerdings wenig ans Licht brachten. Zwei weitere erschienen am Montag.

Die 22-Jährige kam mit dem Beschuldigten in die Disco. „Ich war direkt beim Vorfall nicht dabei“, erläuterte sie. „Erst draußen.“ Die „Horner Partie“ sei dem 23-Jährigen „zuweg’stiegn“. „Da bin ich ihm schon zur Seite gestanden, weil er derjenige war, der wie Hölle geblutet hat.“ Bezirksrichter Thomas Brandstetter erkundigte sich, warum sie trotz Aufforderung zwei Mal nicht vor Gericht erschienen ist. Sie habe stets vorher angerufen und sowieso nichts gesehen. „Das müssen Sie uns überlassen, was wichtig ist und was nicht“, betonte Brandstetter. Die Exekutive holte diesmal die Frau zur Verhandlung.

Der letzte zu befragende Zeuge ist mit den drei verletzten Personen – zwei Männer (29, 31) und eine Frau (23) – befreundet. Er habe gesehen, wie der Angeklagte die 23-Jährige „aus dem Nichts“ gestoßen habe. Sie wäre fast vom Barhocker geflogen. „Gott sei Dank waren so viele Leute hinter ihr.“ Ein Glas sei beim Stoß in ihrer Hand zerbrochen. Der offenbar aggressive Mann habe dann noch mal auf die Frau losgehen wollen.

Der 29-jährige Freund des Zeugen habe dann eingegriffen und das verhindert. Der Zeuge verneinte, weder ein fliegendes Glas noch einen Faustschlag gesehen zu haben. Dies soll die Verletzungen des 29- und 31-Jährigen verursacht haben. Der Angeklagte sei aber stark alkoholisiert gewesen.

Der Bezirksrichter verurteilte den 23-Jährigen wegen Körperverletzung zu einer achtmonatigen, bedingten Haftstrafe bei einer dreijährigen Probezeit. „Ich glaube, dass Sie sich selbst schützen wollen“, schenkte Brandstetter seinem Teilgeständnis keinen Glauben. 300, 653 und 800 Euro muss der zweifach Vorbestrafte an die drei Verletzten zahlen. Der Richter berücksichtigte aber den positiven Bericht der Bewährungshelferin: Die bedingte Strafe sei als letzte Chance zu werten.