Trauer-Schluck am Friedhof folgte Crash: Prozess. Am Grab der Großeltern im Bezirk Waidhofen genehmigte sich Corona-frustrierter Banker einige Tropfen Whiskey: Unfall mit Verletzter bei Heimfahrt.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 14. Oktober 2020 (04:04)
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„Ich weiß nicht, was da in mich gefahren ist“, schilderte der Bankangestellte (58) aus Wien vor Gericht über sein Covid bedingtes Gefühlschaos im April dieses Jahres. Es sei eine Flucht aus der Stadt gewesen, und er sei am Osterwochenende ins Waldviertel gefahren, um das Grab seiner Großeltern zu besuchen.

Auf der Fahrt in den Bezirk Waidhofen habe er an einer Tankstelle in Horn Rast gemacht und dabei unter anderem auch eine Flasche Whiskey gekauft. Geplant sei gewesen, beteuerte er, diese daheim in Wien zu öffnen. Warum er das dann am Friedhof gemacht hat, konnte er sich nicht mehr erklären: „Es war verrückt. Ich habe immer wieder genippt“, gestand er ein.

Mit 1,64 Promille im Blut hat sich der Wiener ans Steuer gesetzt: Auf der Landstraße LB 30 von Karlstein kommend in Richtung Raabs geriet er auf die Gegenfahrbahn und kollidierte mit dem Wagen einer Lenkerin aus dem Bezirk. Die Waldviertlerin wurde schwer verletzt - sie zog sich zahlreiche Brüche und eine Lungenprellung zu. Der Unglückslenker erlitt eine Gehirnerschütterung und eine Rippenprellung.

Er sei zu einer Schadensgutmachung bereit und um diese bemüht, beteuerte der Wiener: „Ich übernehme die Verantwortung meines Fehlverhaltens“.

Der geständige und bislang unbescholtene Wiener wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung zu fünf Monaten auf Bewährung und einer unbedingten Geldstrafe von 7.200 Euro verurteilt. Nicht rechtskräftig.