Promillefahrer baute Unfall mit Verletzten: Vor Gericht. Faschingausklang 2020 endete für drei Waldviertler imSpital: Crash-Auslöser war ein Lenker, der Stopptafel missachtet hat.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 02. März 2021 (09:29)
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Warum er sich nach einer Faschingsfeier 2020 in einem Restaurant in Greillenstein mit 1,79 Promille im Blut ans Steuer gesetzt hat, konnte sich der 53-jährige Waldviertler vor Gericht selbst nicht erklären. „Es tut mir sehr leid. Es war ein einmaliger schwerwiegender Fehler. Ich kann es mir selbst nicht erklären, warum ich gefahren bin. Noch nie habe ich zuvor alkoholisiert einen Wagen gelenkt“ beteuerte er und bekannte: „Ich bin mir der Schwere meiner Schuld bewusst.“

Die Heimreise nach Groß-Siegharts endete für den Promillelenker in Atzelsdorf auf der LB2 in Richtung Dietmannsdorf fahrend, wo der 53-Jährige an einer Kreuzung eine Stopptafel ignoriert hat und in den Wagen eines Paares (69- und 70-jährig) aus Oberösterreich, das von einem Feuerwehrball kam, gekracht ist.

Der Alkolenker selbst und das unschuldig zum Handkuss gekommene Paar erlitten schwere Verletzungen und laborieren noch heute an den Folgen. „Ich sah einen Lichtkegel und wollte noch schreien, dass der nicht stehenbleibt, aber da hat es schon gekracht“, schilderte das 69-jährige Crash-Opfer vor Gericht und dankte zwei Unfallzeugen: „Ich würde heute nicht mehr am Leben sein, wenn sie nicht sofort die Rettung alarmiert hätten.“

Der bislang unbescholtene Groß-Sieghartser wurde zu acht Monaten auf Bewährung und 1.260 Geldstrafe verurteilt. Weiters erwarten ihn noch Schadenersatzforderungen der Opfer. Nicht rechtskräftig.