Frau nach Hundebiss vor Gericht: „Trage Verantwortung“. Während eine 41-jährige Garserin den „Listenhund“ ihres Lebensgefährten beaufsichtigt, wird ein Bub gebissen. Sie nimmt die Schuld auf sich.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 08. Juni 2019 (05:00)
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Nach dem Hundebiss will die Angeklagte 41-Jährige das Schmerzensgeld in vollem Umfang zahlen.

Der Biss eines Hundes, bei dem ein siebenjähriger Bub mit Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden musste, beschäftigte am Mittwoch der Vorwoche das Bezirksgericht Horn. Die Staatsanwaltschaft Krems beschuldigt eine 41-Jährige aus Gars, fahrlässig gehandelt zu haben. Die zweifache Mutter bekennt sich schuldig.

Sie habe im Februar zum ersten Mal den Hund ihres Lebensgefährten alleine beaufsichtigt. „Ich habe gemerkt, dass er ein wenig unrund ist“, schildert sie. „Er ist ein richtiger Hofhund, ganz ein lieber, aber er kennt das alles nicht, keine Regeln, nichts“, habe die 41-Jährige zum Zeitpunkt des Vorfalls schon einen Termin in der Hundeschule vereinbart. „Weil er ein Listenhund ist.“ Das Paar absolviert gerade einen Kurs, um den Hundeführerschein erlangen zu können.

Leichten Bissverletzung an der Wange

Der Bub, der zum Valentinstag bei ihr vorbeigekommen sei, habe mit Tulpen über dem Kopf gewunken. Der Hund sei ihn daraufhin angesprungen. Die Unterlagen des Bezirksrichters Thomas Brandstetter sprechen von einer leichten Bissverletzung an der Wange, die das Kind davongetragen hat.

„Ich trage die Verantwortung“, sagte die Angeklagte. „Sollte die Versicherung nicht zahlen, werde ich das Schmerzensgeld in vollem Umfang zahlen.“ Geltend gemacht wurden 1.295 Euro an Schmerzensgeld, Fahrtspesen und Medikamentenkosten für das Kind.

Es kommt zu keinem Urteil, sondern zur Diversion. Thomas Brandstetter begründet dies mit der bisherigen Unbescholtenheit der Angeklagten und dem Willen zur Zahlung.