Neue Windräder auch in Irnfritz geplant. Die Windkraft war lange kein Thema, jetzt sind erneut Projekte geplant. Die EVN ersetzt in Irnfritz am Standort sieben bestehende Anlagen mit drei modernen, die genauso viel Ökostrom produzieren sollen. Und: Die W.E.B. plant vier bis sechs Windränder am Schauberg.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 04. August 2020 (10:03)
Formierten sich (v.l.) zur Bürgeriniative, um gegen geplante Windräder aufzutreten: Florian Grossler, Peter Huber, Martin Allram, Andrea Neuwirth, Walter Winter, Gabi Wanko, Manfred Maier, Ira Öhlknecht, Margit Grossler, Bernadette Dangl, Anni Aichhorn, Barbara Spreitzer, Judith Exel.
Rettet die Wild

„Die Gemeinde hat in ihrer letzten Sitzung die Flächen umgewidmet, wir – und ich persönlich auch – befürworten das Projekt“, erklärt Bürgermeister Hermann Gruber. Die Bürgerinitiativen „Japons-Irnfritz für die Umwelt“ und „Windpark-frei“ kritisieren: „Obwohl es sich um gravierende Veränderungen unseres Lebensraumes handelt, ist bisher wenig darüber bekannt geworden.“

Sie laden deshalb zur „gemeinsamen Diskussion“ ein, um die Vor- und Nachteile „für uns und unsere Gemeinde“ abwägen zu können. Der Bürgermeister spürt den Gegenwind aufkommen, wobei: „Das ist eine kleine Minderheit, die Mehrheit in der Bevölkerung befürwortet das Projekt“, ist er überzeugt. Er sei ein Befürworter der erneuerbaren Energie: „Von wo soll der Strom herkommen?“ Ihm sei ein Windrad sogar lieber als eine Photovoltaik-Anlage, falls sie nicht auf Dachflächen, sondern auf landwirtschaftliche Flächen platziert sein sollten. „Windräder nehmen den wenigsten Platz in der Kulturlandschaft weg.“

Projekt an der Wild steht ebenso im Fokus

Den „Windpark Wild“ ziehen die W.E.B. mit der EVN in den drei Gemeinden Brunn, Göpfritz (Bezirk Zwettl) und Ludweis-Aigen (Bezirk Waidhofen) auf. Die Landschaftschutzorganisationen „Alliance for Nature“, die NÖ Umweltanwaltschaft und zuletzt die Umweltschutzorganisation „Pro Thayatal“ mit der Bürgerinitiative „Rettet die Wild“ sprachen sich dagegen aus. Sie gaben Stellungnahmen im Umweltverträglichkeitsverfahren ab. Hauptsorge ist, dass die Projekte „massive Eingriffe in den unmittelbaren Lebensraum“ seien.

Andrea Neuwirth und „Pro Thayatal“ kritisieren außerdem, dass „nach der letzten Information außer einem klein gedruckten Aushang am Gemeindebrett“ nichts veröffentlicht worden sei. Bürgermeisterin Elisabeth Allram weist darauf hin, dass das Projekt seit Jahren in Planung sei und eine Informationsveranstaltung eben 2017 war. „Zu dem Zeitpunkt war das Argument, dass man im Wald keine Windräder aufstellen sollte“, führt sie aus. „Aber wo jetzt fünf Windräder geplant sind, steht gar kein Baum mehr: Der Borkenkäfer hat den Wald schon zerstört.“

Zehn Anlagen (sieben in Brunn, zwei in Ludweis-Aigen, eine in Göpfritz) sind geplant. Das Projekt sei zuletzt bei der Gemeinderatssitzung Thema gewesen, „aber der Großteil ist eigentlich für den Windpark im Gemeinderat“, sagt Allram. „Pro Thayatal“ und „Rettet die Wild“ hat knapp 700 Stellungnahmen gegen das Projekt gesammelt: Das freut Neuwirth. „Damit wurde die erforderliche Anzahl von 200 bei Weitem überschritten und die Bürgerinitiative erhält im kommenden Gerichtsverfahren ebenso Parteistellung wie ‚Pro Thayatal‘.“

Die Bürgerinitiativen „Japons-Irnfritz für die Umwelt“ und „Windpark-frei“ laden zu Versammlungen über die Windräder in Irnfritz:

  • 7. August, 19 Uhr, Gasthaus Asenbaum, Irnfritz-Bahnhof
  • 11. August, 19 Uhr, Mehrzweckhalle Japons