Rauswurf endete vor Gericht. 33-Jähriger schlägt nach dem Verweis in einem Bierlokal die Tür hinter sich zu und dürfte dabei 19-Jährigen verletzt haben. Zeugenaussagen klärten den Vorfall nicht auf.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 22. August 2019 (04:35)
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Fünf Zeugen waren vor dem Bezirksgericht geladen, aber was genau im November passiert ist oder wie die tätliche Auseinandersetzung in einem Horner Bierlokal begann, war nicht mehr zur Gänze zu eruieren. Körperverletzung wirft jedenfalls die Staatsanwaltschaft Krems einem 33-Jährigen vor.

Er habe die Tür so fest zugeschlagen, sodass ein 19-Jähriger eine Platzwunde am Kopf davontrug, zudem habe er ihm einen Schlag in den Bauch versetzt. Der Angeklagte bekannte sich nicht schuldig.

Es sei zum Streit mit einem Gesprächspartner gekommen, man habe sich gegenseitig geschubst. Der Nachbartisch habe eingegriffen: „Sie wollten mich rausschaffen.“ Man habe an ihm gezerrt, ihn gewürgt, dann seien Schläge gekommen. „Ich wollte weg“, sagt der Eggenburger, der alkoholisiert gewesen sei. Er sei in der Menschentraube zur Tür bugsiert worden, habe die Tür geöffnet und diese hinter ihm zugeschmissen. „Im Wissen, es kommt jemand nach?“, erkundigte sich Bezirksrichter Thomas Brandstetter. „Ja.“

Widersprüchliche Aussagen

Er sei dann draußen von mehreren Männern verfolgt, eingekesselt und „wüst zusammengeschlagen“ worden. „Sie sind davon und haben mich liegengelassen.“ Objektivierbar sind Verletzungen an Wirbelsäule, Schultern und Händen. Nur einer der Zeugen sah vorm Lokaleingang drei Männer die Verfolgung aufnehmen.

Widersprüchlich waren die Aussagen, was bei der Tür geschah. Selbst, ob der Angeklagte letztlich freiwillig ging oder nicht, wurde nicht restlos geklärt. Der verletzte 19-Jährige hat wegen seiner Alkoholisierung Erinnerungslücken. Er sei sich nicht einmal sicher, ob der Angeklagte die Tür zugeschlagen habe, und an einen Schlag könne er sich nicht erinnern. „Wenn, dann war’s sicher nicht so viel.“

Brandstetter waren die Zeugenaussagen zu unschlüssig, ist sich aber auch sicher, dass der Angeklagte bei der Beschreibung der aggressiven Handlungen übertrieben habe. „Das kaufe ich Ihnen nicht ab“, auch wenn Verletzungen zeigen, dass der Rauswurf nicht „der sanfteste Weg“ gewesen sei. Er sprach den Angeklagten frei. Rechtskräftig.