Gars am Kamp

Erstellt am 15. März 2019, 05:55

von Rupert Kornell

Die Garser „Eiszeit“ ist für heuer Geschichte. 25. Saison endet mit knapp 18.000 Besuchern, Erneuerung der Kühlanlage stellte Verein vor Probleme.

Das Eis ist bereits geschmolzen, Obmann Josef Wiesinger packt die Eislaufschuhe ein. Und wird sie am 27. 11. wieder anziehen.  |  Rupert Kornell

„Es war grundsätzlich eine gute, nein, eine sehr gute Saison, allerdings hatte sie einen für uns etwas bitteren Beigeschmack“, blickt Josef Wiesinger, Obmann des Garser Eislaufvereins und somit Betreiber der Kunsteisbahn, auf die vergangenen vier Monate zurück.

Finanzielle Situation als Wermutstropfen

Nach dem Motto „Die gute Nachricht zuerst“ verwies Wiesinger nach der Schließung der diesjährigen Saison, die von Anfang November 2018 bis Anfang März 2019 gedauert hatte, auf heuer knapp 18.000 Besucher: „Das sind mehr als der langjährige Durchschnitt mit rund 15.000 Gästen.“ Er begründet diesen erfreulichen Anstieg damit, dass es – bei uns – kaum Schnee gegeben habe ebenso wenig Natureis in den Weihnachtsferien. „Das ist uns natürlich zugutegekommen.“

Der große Wermutstropfen war die finanzielle Situation, die sich diesen Winter ergeben hat. „Natürlich geht im Lauf der Zeit so manches kaputt, aber dass ausgerechnet die Kühlanlage ihren Geist aufgegeben hat, das hat uns schon schwer zu schaffen gemacht“, seufzt Wiesinger.

Eine fünfstellige Summe musste der Verein für Material und Arbeitszeit aufbringen, um die Anlage wieder auf den neuesten technischen Stand zu bringen. „Damit ist unser finanzieller Spielraum nicht größer geworden, wir haben unsere Reserven angreifen müssen.“ Die Hoffnung bleibt, dass die nächste Saison, die am 27. November startet, ohne Zwischenfälle verlaufen wird.

Start in neue Saison wie vor genau 25 Jahren

Der 27. November ist übrigens ein „historisches“ Datum: Am 27. 11. 1994, also vor 25 Jahren, war der erste Betriebstag der neuen Kunsteisbahn, die damals mit dem Turnier der Eisstockschützen (Wiesinger: „Unsere Freunde aus Gars am Inn haben uns damals im wahrsten Sinn des Wortes ,Schützenhilfe‘ geleistet.“) eröffnet wurde. Sieben Millionen Schilling wurden dafür aufgewendet, 4,5 Millionen davon steuerte die „Sportunion Eislaufplatz“, so hieß sie damals, mittels eines Kredits bei.

Die Entwicklung in diesem Vierteljahrhundert muss in positivem Licht für Gars und die Region gesehen werden, denn viele Eisläufer kommen aus den umliegenden Gemeinden. Und bald haben sich drei Sektionen gebildet: Eislaufverein, Stockschützen und der Eishockeyclub „Garser Pinguins“. Letzterer spielte jahrelang in der Waldviertel-Liga, einer Hobbyliga, die sich aber zerschlagen hat, es blieben nur mehr Zwettl und Gars übrig. Der „Ausflug“ der Garser in die Landesliga dauerte nur ein Jahr, die Kosten waren einfach zu hoch.

Einen Silberstreif am Horizont sieht Wiesinger in der Nachwuchsarbeit: „Es gibt zwei Dutzend Kinder, die bei uns diesen Sport ausüben und wöchentlich zum Training kommen.“