Jubiläumsfest an Volksschule: „Die Zukunft sitzt hier“. Vor 20 Jahren erhielt Brunn eine neue Volksschule, noch heute ist man stolz darauf.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 19. Juni 2019 (04:32)

Niemand blieb beim Fest anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Volksschule sitzen: Die jüngsten Schüler forderten beim Lied „Jump, let’s go fit“ jeden Gast auf, den Kreislauf in Schwung zu bringen. Das machte Landtagsabgeordneter Jürgen Maier trotz warmer Temperaturen aus vollem Herzen. „Mir war a bissl kalt, dann ist mir heiß geworden“, scherzte er.

Die aufgelockerte Feier, die Direktorin Manuela Ebner-Gruber mit einem fröhlichen „Hurra, wir feiern Geburtstag“ begann, überdeckte den Stolz auf das Haus nicht. Gertrude Hunger, bis 2014 Direktorin, erlebte die Anfänge – und erinnert sich noch gut an ihre Arbeitsstätte in Sankt Marein.

Frühere Zustände: „Es war unzumutbar“

Die Räume für Lehrer waren klein, „der Turnsaal war kein Begriff“ und der Schlüssel für die Toilettentür war verloren gegangen, sodass man sich mit einer Spielkarte als „Besetzt-Symbol“ verhalf. „Es war unzumutbar“, erinnert sich der frühere Bürgermeister Josef Gumpinger. Die Gemeinde hatte einst vier Volksschulen, jene in St. Marein sei die letzte josephinische gewesen: Die Bildungsreform von Joseph II. ließ im 18. Jahrhundert möglichst flächendeckend Elementarschulen errichten. Andere Absichten hatte man vor 1999.

Die Schule, die in Brunn früher im jetzigen Kindergarten war, sollte modern, zentral und ebenerdig sein. Gerade letzteres „war vor 20 Jahren nicht so das Schlagwort“, berichtet Gumpinger. Man habe einen Architekturwettbewerb ausgeschrieben und private Grundstücke mitten in Brunn kaufen können. „Wir haben mitreden dürfen bei der Ausgestaltung, von den Möbeln bis zu den Vorhängen“, schilderte Hunger. „Der Zuzug ist darauf zurückzuführen, dass wir Schule, Kindergarten und Geschäft haben“, beobachtete Bürgermeisterin Elisabeth Allram.

„Die Kinder werden erwachsen und erinnern sich dann an eine lebenswerte Gemeinde“, ist Gumpinger überzeugt. „Ich fühle mich dieser Schule sehr, sehr verbunden“, ließ auch Hunger das Band nicht los. „Bei den Darbietungen der Kinder schlägt mein Lehrerherz immer noch höher.“ Jede Klasse hat Tänze, Sketche, Lieder oder gleich ein Mini-Musical für das Jubiläumsfest einstudiert.

„Wir wissen, was es heißt, eine Schule zu erhalten“, spricht Maier die Finanzen an. Er hält aber das Geld für gut aufgehoben. „Wenn es hier keinen Sinn macht, wo sollen wir dann investieren?“ Er sehe schon künftige Funktionen wie Obleute, Kommandanten oder Gemeindechefs in den Augen der Schüler leuchten. „Selbstbewusst sind etliche“, hat er während der zahlreichen Darbietungen beobachtet. „Die Zukunft der Gemeinde sitzt hier.“