Brunn an der Wild , Rosenburg-Mold

Erstellt am 22. August 2018, 05:55

von René Denk

Erste Erfolge bei Suche nach Trinkwasser-Quellen. Die Gemeinde Brunn konnte bereits eine erfolgreiche Probebohrung durchführen. Wasserqualität in Rosenburg-Mold ist derzeit wieder in Ordnung.

Nach kurzer Unterbrechung ging die Hitzewelle auch in der Vorwoche weiter. Viele Gemeinden haben nach der heißen und langen Trockenzeit auch einen erhöhten Wasserverbrauch zu beklagen.

So liegt der Verbrauch in der Gemeinde Brunn/Wild derzeit bei rund 260 m3 Wasser pro Tag. „Das sind 100 m3 mehr, als wir an einem durchschnittlichen Tag im Winter verbrauchen“, sagt Bürgermeisterin Elisabeth Allram.

Der Verbrauch der etwas über 800 Einwohner großen Gemeinde ist trotz des Wasserspargebotes, das die Gemeinde ausgab, so hoch. Bis zum Vorjahr gab es mit dem nur zwölf Meter tiefen Oberflächenwasserbrunnen in der Katastralgemeinde Wutzendorf kein Problem mit Wassermengen. Als der Wasserstand aber sank und sich nicht mehr erholte, wurden 2017 mehrere größere Rohrbrüche festgestellt und behoben. Bis die Reparaturen durchgeführt wurden, sank der Wasserstand des Brunnens auf einen Meter weiter ab und konnte sich auch über den ganzen Winter nicht mehr erholen.

Erfolg gibt es jetzt aber bei der Suche nach neuen Wasserreservoiren. Mit dem Wassersuch-Experten Josef Kramer aus Martinsberg gelang es bereits im Juni, eine Wasserader bei Dappach in rund 120 Metern Tiefe zu finden. Die Quelle gibt etwas über 1,5 Liter pro Sekunde her, was einem durchschnittlichen Tagesertrag von grob 150 m3 Wasser gleichkommt. Das ergaben zumindest die Probebohrungen.

Brunn will trotz Fund weitere Quellen suchen

„Wir haben bei der Bezirkshauptmannschaft bereits um die Bewilligung des neuen Brunnenstandortes angesucht. Gleichzeitig haben wir auch schon Firmen eingeladen, Kostenvoranschläge für die rund 200 Meter lange Leitung, die von der Quelle zum Hochbehälter in Dappach gegraben und verlegt werden muss, zu erstellen“, betont Allram auch, dass noch immer von Horn ein bis zwei Mal die Woche 100 m3 Wasser angeliefert werden müssen, um die eiserne Reserve von einem Meter Wasserstand im Wutzendorfer Brunnen nicht zu gefährden.

Insgesamt suchte Kramer in der Gemeinde schon sechs Mal nach neuen Wasserstandorten, denn die Bürgermeisterin will das Wasserproblem lösen und beim immer heißer und trockener werdenden Klima nicht gleich wieder riskieren, dass wieder Wasserknappheit in der Gemeinde herrscht.

So gab es in Wutzendorf eine weitere Stelle in rund 120 Metern Tiefe, die vielversprechend aussieht. In der Nähe des Sportplatzes gibt es Nutzwasser bereits in 20 Metern Tiefe, die vom Sportverein sowie vom Freizeitverein für das Gießen bzw. zum Füllen des Biotops verwendet werden können. Auch in St. Marein suchte man, aber dort gab es nicht soviel Wasser und die Einspeisung vom dortigen Standort war nicht besonders attraktiv.

„Bei der Wassersuche sind wir schon ein gutes Team“, betonen Allram und Kramer, der eine spezielle Messtechnik mit Strom verwendet, die relativ genau und viel kostensparender wie eine Probebohrung ist.

Probleme mit zuwenig Wasser hat die Gemeinde Rosenburg-Mold nicht bzw. nach der Brunnensanierung nicht mehr. Und das, obwohl in der 900 Hauptwohnsitzer-Gemeinde pro Tag rund 200 m3 Wasser benötigt werden. Aber die beiden Brunnen in Zaingrub — dort schlägt das Herz der Wasserversorgung der Gemeinde — liefern immer wieder erhöhte Uranwerte.

Derzeit sei das Wasser wieder genießbar, man sei innerhalb der Grenzwerte, betont Bürgermeister Wolfgang Schmöger, der sich auf die Messung Anfang August bezieht. Davor war der Uranwert erhöht und aus vorbeugendem Gesundheitsschutz sprach die Gemeinde die Warnung aus, dass das Wasser weder als Trinkwasser noch zur Nahrungsmittelzubereitung für Kinder bis zum vollendeten fünften Lebensjahr verwendet werden soll.

Bei Zaingrub liefert derzeit ein Brunnen aus 18 Metern Tiefe und ein Brunnen aus 22 Meter Tiefe das Wasser für die gesamte Gemeinde. Auch wenn die Werte jetzt wieder in Ordnung sind, wird im Kindergarten Mineralwasser ausgegeben.

Auch Chance auf höhere Wasserqualität

„Mit der Wassermenge haben wir derzeit kein Problem. Aber durch das immer wärmere Wetter sollten wir uns darauf vorbereiten, dass wir irgendwann weitere Wasserquellen benötigen werden“, meint Schmöger im NÖN-Gespräch. Zwei Wünschelrutengeher wurden von der Gemeinde beauftragt, nach Wasser zu suchen. Der Zweite war erst in der Vorwoche bei strategisch günstigen Stellen im Einsatz.

„In Zaingrub in der Nähe unserer Brunnen dürfte eine Wasserquelle in 60 Metern Tiefe liegen“, erklärt der Bürgermeister den Ansatz, dass man das Wasser dann von drei Brunnen durchmischen könnte, um so die Uranwerte wieder dauerhaft und unter dem Grenzwert zu halten. Warum aber trotzdem noch andere Standorte gesucht werden?

„Wir haben in Zain-grub ziemlich hartes (kalkhaltiges) Wasser. In Rosenburg bestehen durch Kamp und Taffa hohe Chancen, dass dort weicheres und qualitativeres Wasser vorkommt“, erzählt Bürgermeister Schmöger, und dass man bei Tennisclub und Feuerwehrhaus nicht fündig wurde. Aber es gäbe noch vier weitere Standorte, die man genauer überprüfen muss.

Heuer will der Bürgermeister auf jeden Fall noch Probebohrungen durchführen, egal, welche Möglichkeit man in Betracht zieht. Nächstes Jahr sollen die wasserrechtliche Genehmigung und die Bauarbeiten abgeschlossen werden. Letzteres käme aber auf den Aufwand an, so Schmöger.