„Besserer“ Windpark für Wild. Im Brunner Gemeindeamt informierten EVN und WEB über den „neuen“ Windpark Wild. Draußen wurde lautstark demonstriert.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 25. Juni 2017 (05:55)
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Bürgermeister Franz Gressl (Göpfritz), Vizebürgermeisterin Petra Zach und Bürgermeisterin Elisabeth Allram (Brunn) sowie Bürgermeister Helmut Schuecker (Ludweis, v.l.) waren bei der Informationsveranstaltung dabei.

In einer vierstündigen Informationsveranstaltung versuchten EVN und WEB, die den Windpark Wild gemeinsam realisieren wollen, am 14. Juni im Gemeindeamt Brunn zu informieren und Bedenken auszuräumen. Vor dem Haus wurde lautstark protestiert.

Mit Sprüchen wie „Bürgermeister sind gewählt, doch ihre Tage sind gezählt!“ machten sie ihrem Unmut über die Pläne, die Wild für einen Windpark mit zehn 234 Meter hohen Windrädern zu nützen, Luft. Enorme Rodungen (für Bau und Betrieb), die Störung des Landschaftsbildes und vor allem die Gefährdung der Fauna und Flora sind ihre Argumente.

NOEN, NÖN
„Abendstille in der Wild: So viele Bäume werden gekillt!“ Rund 50 Demonstranten protestierten vor dem Brunner Gemeindeamt und skandierten Sprüche gegen die Windpark-Pläne für die Wild.

Für Debatten sorgte auch ein von allen drei betroffenen Bürgermeistern unterzeichnetes Flugblatt, in dem es heißt: „Windpark Wild: Weniger Windräder, besser für Mensch, Tier und Umwelt!“ Die logische Folgerung der Gegner: „Ideal wäre gar kein Windrad!“

„Wir haben aus der Not eine Tugend und aus einem guten Konzept ein noch viel besseres gemacht.“

Während die anwesenden Gemeindechefs Elisabeth Allram (Brunn), Franz Gressl (Göpfritz) und Helmut Schuecker (Ludweis-Aigen) unisono von einer „unglücklichen Formulierung“ sprachen, Jochen Förster-Kugler: „Wir haben aus der Not eine Tugend und aus einem guten Konzept ein noch viel besseres gemacht.“ Die Reduktion der Pläne betreffe ein sensibles Gebiet. Dennoch könne man künftig mit 11 Mio. Kilowattstunden den Strombedarf von rund 3.200 Haushalten decken.

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Teils hitzige Debatten bei der Projektpräsentation in Brunn: Andrea Neuwirth, Kurt Kienast und Jochen Förster-Kugler von der EVN (v.l.).

Die Gemeindechefs zeigten sich von den Protesten wenig beeindruckt, zeigten sich erfreut über die Meinungsänderung im Bundesheer (dessen Einspruch hatte ja den alten Plan verhindert) und zeigten sich optimistisch für die Umsetzung. „Wir wollen den grünen Strom statt Atomstrom“, so Allram. Die Standorte im Wald wurden diskutiert. Aber das Positive überwiegt“, meinte Schuecker. Ihnen reicht die Beschlussfassung im Gemeinderat. Nur Gressl will die Bürger noch endgültig mitreden lassen: „Das Versprechen gilt. Das letzte Wort haben die Bürger in einer Befragung.“