Limit bei Ausgaben für die Oper Burg Gars. Intendant Johannes Wildner muss bei W. A. Mozarts „Entführung aus dem Serail“ mit 470.000 Euro das Auslangen finden.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 06. Mai 2021 (03:58)
Der Beirat der Oper Burg Gars GmbH – Bürgermeister Martin Falk sowie die Fraktionsvertreter Josef Wiesinger (SPÖ), Vizebürgermeisterin Paula Uitz (ÖVP), Helmut Gröschel (FPÖ) und Gerald Steindl (SPÖ, von rechts) – hat das Vorhaben von Intendant Johannes Wildner, heuer Mozarts „Entführung“ zu spielen, einstimmig „abgesegnet“.
Rupert Kornell, Rupert Kornell

„Wir hoffen auf viele Kulturhungrige nach den vielen Einschränkungen, denn sonst wird‘s eng“, umreißt Bürgermeister Martin Falk die Situation rund um den Festspielsommer auf der Burg Gars. Und Geschäftsführender Gemeinderat Josef Wiesinger (SPÖ) ergänzt: „Die Oper darf kein Fass ohne Boden sein.“

Die beiden sind wie Vizebürgermeisterin Paula Uitz (ÖVP), Gerald Steindl (SPÖ) und Helmut Gröschel (FPÖ) Mitglieder des Beirats der Oper Burg Gars GmbH, einer hundertprozentigen Tochter der Marktgemeinde Gars und als solche natürlich in die Veranstaltungen auf der Burg eingebunden, denn es ist ja schließlich die Gemeinde, die einen erheblichen finanziellen Anteil leistet.

„Wir haben uns in enger Abstimmung mit Intendant Johannes Wildner beraten, wie wir die Burg in der heurigen Saison bespielen können“, führt Falk aus. „Da ja in der NÖN der Vorwoche bereits ein großes Interview mit ihm zu lesen war, ist bekannt, dass es heuer Mozarts ,Entführung aus dem Serail‘ in einer ganz speziellen Fassung geben wird.“

Die Entscheidung, dass „Carmen“ auf 2022 verschoben werden musste, ist vor allem bedingt durch Corona, denn eigentlich müssten Chor und Orchester sich ja schon zu den ersten Proben treffen, aber das sei ja nicht möglich gewesen. Weil auch nicht klar ist, wie viele Besucher kommen dürfen – auf keinen Fall dürfe die rund 1.500 Besucher fassende Tribüne ganz besetzt werden – gebe es auch finanzielle Einschnitte.

500 Besucher pro Abend sind Minimum

„Wir brauchen 500 Besucher, damit wir mit plus/minus Null aussteigen“, erklärt Falk. „Für diese Zahl haben wir auch die Freigabe der Landesregierung bekommen.“ Diese Zahl braucht man im Schnitt bei den insgesamt zehn Vorstellungen ab dem 15. Juli also, um kostendeckend zu arbeiten. Und wie hoch sind die Kosten? „470.000 Euro sind vorgesehen, das können wir finanzieren, wobei uns das Land NÖ mit 245.000 Euro unterstützt“, so Falk, dem das Risiko unter anderem bezüglich Wetter klar ist. „Der Rest muss aus dem Kartenverkauf kommen.“ Und da ist vor allem – aber nicht nur – das Stammpublikum angesprochen, das wieder nach Gars kommen soll.

Eine zusätzlich Hürde, die aber zu schaffen ist: Der Ende des Vorjahres installierte Geschäftsführer David Hemetsberger hat seine Zelte in Gars abgebrochen und ist in sein Heimatbundesland Oberösterreich zurückgekehrt, wo er in der Kulturabteilung des Landes arbeiten wird. Seine Position übernimmt interimistisch Johannes Wildner, der dafür zu sorgen hat, dass der (enge) finanzielle Rahmen nicht gesprengt wird. „Es gibt ein Limit“, so Josef Wiesinger, „für alles, was darüber hinaus geht, wird er gerade stehen müssen.“ Mehr könne sich die Gemeinde auch in Zukunft einfach nicht leisten.

Verein sagt weiterhin volle Unterstützung zu

In die Entscheidungsfindung war auch Julius Kiennast als Obmann des „Vereins zur Förderung von Burg und Oper Gars“ eingebunden: „Ich bin sehr glücklich, dass Intendant Wildner diese Alternative gefunden hat, um die heurige Opernsaison zu retten. Und ich bin auch optimistisch, dass wir mit dieser kammermusikalischen ,Entführung‘ Erfolg haben werden.“ Dass diese Mozart-Oper in Gars auf die Bühne komme, gefalle ihm sehr, das Stück sei gut gewählt und aufgrund der Tatsache, dass nur sehr wenige Leute – fünf Sänger, sechs Musiker – auf der Bühne stünden, sei auch die finanzielle Seite besser abgesichert.

Obmann Julius Kiennast vom „Opern-Verein“ sagt dem Intendanten volle Unterstützung zu.
Margarete Jarmer

Eines ist für Kiennast auf jeden Fall klar: „Der Förderverein wird wieder unterstützend zur Seite stehen, nicht nur ideell, sondern dank der mehr als hundert Mitglieder auch finanziell. Die Oper sowie die weiteren Veranstaltungen auf der Burg sind wichtig für Gars!“