Kaum da, schon weg: Neo-Burgvogt Groß warf das Handtuch. „Unüberbrückbare Differenzen mit der Intendanz“ nennt Thomas Groß als Anlass für seinen Rücktritt als Burg-Geschäftsführer.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 19. Juni 2018 (17:00)
NÖN-Archiv/Rupert Kornell
Ende April präsentierte Bürgermeister Martin Falk (links) Thomas Groß als neuen Geschäftsführer der Burg Gars GmbH. Nun erklärte dieser wegen „unüberbrückbarer Differenzen mit der Intendanz“ seinen sofortigen Rücktritt. Foto: NÖN Archiv/Rupert Kornell

Thomas Groß ist mit sofortiger Wirkung als Geschäftsführer der Burg Gars GmbH zurückgetreten. Groß, der erst mit Anfang Juni die Verantwortung in der Gesellschaft übernommen hat, gibt als Grund für seinen Rückzug „unüberbrückbare Differenzen mit der Intendanz der Oper Burg Gars“ an.

Bürgermeister: „Bedauere die Entscheidung sehr“

„Wir konnten uns über die Richtung, in die die Burg Gars künftig gehen soll, nicht einigen“, erklärt Groß bezüglich Intendant Johannes Wildner. „Wir haben völlig unterschiedliche Auffassungen von den künstlerischen Zielen und Verantwortlichkeiten sowie strukturellen Notwendigkeiten, die ein Betrieb wie die Burg Gars GmbH jetzt und in Zukunft braucht. Daher habe ich mit großem Bedauern und gegen mein Herz, das an diesem fantastischen Spielort hängt, die Konsequenzen gezogen.“

„Ich bedauere die Entscheidung von Thomas Groß sehr“, betont Bürgermeister Martin Falk und versichert, dass er umgehend dafür sorgen wird, dass die Kontinuität der GmbH gewährleistet ist. „Leider war ich nicht in der Lage, die Differenzen zwischen den beiden auszuräumen. Für einige Tage war ich Geschäftsführer, ab Mitte der Woche wird es der vor allem in Wiener Kulturkreisen bestens bekannte Peter Schneyder sein, der bis September zum interimistischen Geschäftsführer bestellt wird, damit die heurige Saison klaglos zu Ende geht. Denn alles soll so ablaufen, wie es geplant ist.“

Aufführungen auf der Burg nicht gefährdet

„Ich weiß nicht, was mit diesen ,unüberbrückbaren Differenzen’ gemeint ist“, nahm Wildner Stellung, als er von der Horner NÖN, die exklusiv von dieser Causa berichtet, damit konfrontiert wurde.

„Es hat Gespräche und Diskussionen gegeben, ich habe Thomas Groß sogar eine öffentliche Plattform in ,Radio Stephansdom‘ gegeben, die er für sich nutzen kann, um so guten Willen zur Zusammenarbeit zu zeigen. Aber die Planung für die Oper im nächsten Jahr liegt schon in der Hand des Intendanten und nicht des Geschäftsführers“, stellt Wildner klar. „Groß wurde mir empfohlen und wir hatten anfangs auch gute Gespräche, aber er muss das Rad nicht neu erfinden.“

Die am Mittwoch beginnenden Proben für die Oper „Tosca“, die am 12. Juli Premiere feiert, sind vom Abgang von Thomas Groß nicht betroffen. Auch finden die nachfolgenden Konzerte wie „Monti Beton“ oder das Fantastical „Fluch des Drachen“ wie geplant statt.