Straningerhof hat offen, Dachsberger bereitet sich vor. Die Corona-Situation hat sich beruhigt: Der Straningerhof bewirtet seit Sonntag wieder Gäste und der Dachsberger-Schlachtbetrieb in Gauderndorf bereitet sich auf die Öffnung vor.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 27. Juli 2020 (20:04)

Tschechien und Ungarn haben am Montag (27. Juli) zehn Folgefälle gemeldet, die mit dem Coronavirus-Cluster um den Schlachtbetrieb Dachsberger in Zusammenhang stehen. „Wir vermuten, dass es sich hierbei um Familienangehörige unserer Tagespendler handelt“, erklärt eine Sprecherin des Gauderndorfer Betriebes.

Die Bezirkshauptmannschaft bestätigt dies: „Von den 244 Arbeitnehmern sind ja 40 Tagespendler heimgefahren und dort getestet worden“, erklärt Bezirkshauptmann Johannes Kranner. Die Corona-Situation hat sich jedenfalls direkt in Eggenburg und im Bezirk beruhigt: Der Sanitätsstab hat seit vergangenen Mittwoch keine weiteren positiv getesteten Personen gemeldet (Stand: 27. Juli).

18 Dachsberger-Mitarbeiter waren im Lindenhof in Quarantäne: „Da hat uns die Gemeinde sehr unterstützt, auch der zuständige Stadtrat für Katastrophenschutz“, erzählt Kranner. Man habe sich um Wuzzler und andere Beschäftigungsmöglichkeiten umgesehen, das Rote Kreuz habe Betten zur Verfügung gestellt. Die Quarantäne endete mit Montag: Der Sanitätsstab ist gerade dabei Aufhebungsbescheide auszuarbeiten.

Bezirkshauptmann Johannes Kranner
Martin Kalchhauser

Die Bezirkshauptmannschaft arbeite indes mit Dachsberger ein eigenes Hygienekonzept aus. Ziel sei laut Kranner, Teilbereiche festzulegen, sodass bei einer nochmaligen Infektion nicht der gesamte Betrieb gesperrt werden muss. „Wir müssen uns gut aufstellen können, das ist wichtig“, erklärt auch die Dachsberger-Sprecherin. Der Betrieb stehe das erste Mal seit 70 Jahren still. „Das Hochfahren ist schwieriger als die Planung einer Urlaubsphase.“

Ein weiterer Betrieb war von einer Corona-Infektion betroffen und musste schließen. Der Straningerhof hat aber seit dem Sonntag wieder geöffnet. „Wir sind gespannt, ob und in welcher Zahl die Leute kommen werden“, erzählt Thomas Stefan. „Wir starten wieder mit unserem Essen zum Ausliefern und Abholen, nur nicht mehr so stark wie vorher.“ Das Geschäft sei zuletzt bei täglichen Öffnungszeiten zurückgegangen, zwei Ruhetage legt der Wirt jetzt ein. „Ansonsten harren wir der Dinge und schauen wie’s wird.“

Die erkrankte Mitarbeiterin sei zwar nur zeitweise im Betrieb aktiv gewesen, „wenn sie möchte, kann sie aber gerne zurückkommen“, sagt Stefan.  Service-Mitarbeiter werden im Gasthaus während ihrer Arbeit Gesichtsschutzvisiere tragen. „Ich selbst werde, wenn ich aus der Küche rauskomme, meine Maske aufsetzen.“