Szene Waldviertel: Jetzt bleibt die Maske oben. Stephan Rabl erläutert, wie sich die neue Verordnung aufs Programm auswirkt.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 28. Oktober 2020 (05:06)
Rabl über fehlenden Ausschank: „Ist natürlich eine wahnsinnige Einschränkung.“
Widhalm

Wie es der „Szene Waldviertel“ mit den verschärften Corona-Maßnahmen geht, erklärt Festivalleiter Stephan Rabl. „Es geht uns seit September so, dass wir Veranstaltungen haben und wir merken dann: Das könnten wir in ein oder zwei Wochen nicht mehr machen.“ Wie bei „Chocolat“, wo in Anlehnung des bekannten Filmes mit Juliette Binoche verführerische Gaumenfreuden gereicht wurden: Pralinen aus dem Waldviertel.

Kein Ausschank, kein Austausch. Imbiss oder Ausschank: Das ist nicht mehr möglich und „das ist natürlich eine wahnsinnige Einschränkung“, betont Rabl. „Ob Kino, Konzert oder Theater: Man möchte sich auch austauschen.“ Der Gaumengenuss spielt hierbei eine Rolle, bisher. Das November-Programm der „Szene Waldviertel“ läuft mit dem bestehenden Präventionskonzept weiter: Es besteht Maskenpflicht, einziger Unterschied ist, dass das Publikum beim Sitzen den Mund-Nasen-Schutz nicht abnehmen darf.

„Wir werden sehen, wie das ankommen wird, aber ich weiß, dass es vor allem am Anfang schon sehr einschneidend ist“, führt der Festivalleiter aus. „Kultur sollte etwas Angenehmes sein, aber niemand trägt die Maske gern. Man setzt sie zur Sicherheit auf, zu Hause, in der Natur und eigentlich auch in Kultur möchte ich sie nicht aufhaben.“ Das könnte große Folgen für die Kultur haben.

Steht der nochmalige Einbruch bevor? „Sehr viele Kulturveranstalter fürchten, dass es ein Einbruch sein kann.“ Die Unsicherheit sei groß. „Ich merke, dass das die Stimmung in der Bevölkerung noch mal drückt“ und dabei „braucht das doch jeder, dass er die Leichtigkeit spürt“. Es gehe auch um die psychologische Gesundheit: „Wir müssen aufpassen, dass die nicht leidet.“

Zwei Appelle des Festivalleiters. Rabl hat zwei Appelle: Man sollte weiterhin Konzerte oder Theater anbieten; andererseits müsse man „die Menschen, die Kultur machen, unterstützen“. Die Bilanz der Veranstaltungsmonate September und Oktober stellt ihn zufrieden: „Die öffentlichen Veranstaltungen sind bisher gut gelaufen.“ Einen großen Einschnitt verzeichne er aber im pädagogischen Bereich, weil er weniger als früher mit Schulen zusammenarbeiten kann. „Die Eltern, die Kollegenschaft, jeder steht unter sehr hohem Druck.“

Eine Parodie mit der Maske. Ein witziger Umstand ergibt sich dennoch mit der neuen Verordnung: „Die Pest in Wien“ ist Parodie, wo die Schauspieler von „Commedia dell‘Arte“ mit Masken, die vor allem die Augenpartie bedecken, auf der Bühne stehen. „Eine absurde Situation!“, lacht Rabl, denn natürlich trägt das Publikum den Mund-Nasen-Schutz. „Den Humor darf man nicht verlieren. Ich glaube, das ist das Wichtigste.“