Portier: „Einschränkungen nicht von allen akzeptiert“. Durch die Covid-Pandemie wurde auch im Landesklinikum Zwettl der Arbeitsalltag der Mitarbeiter ordentlich durcheinandergewirbelt. Dort werden Covid-Patienten betreut, eine Interne Station wurde mittlerweile zu einer „Corona-Station“ umgewandelt. Der Zwettler NÖN-Redaktionsleiter Markus Füxl bat vier der 700 Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen am Klinikum, von ihrem neuen Alltag, ihren Herausforderungen und auch ihren Ängsten im Umgang mit dem Virus zu erzählen.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 05. Dezember 2020 (06:12)
Christian Schrenk, Portier
Landesklinikum Zwettl

Christian Schrenk, Portier:

Die Dienstzeiten und der Aufgabenbereich der Portiere haben sich nicht verändert. Der Tagportierdienst dauert von 7 bis 19 Uhr, der Nachtportierdienst von 19 bis 7 Uhr. Aktuell ist natürlich ein hoher Anstieg an Telefongesprächen zu verzeichnen. Aufgrund der Besuchseinschränkungen steigen auch die telefonischen Anfragen betreffend Patientenauskunft.

Es gibt auch zahlreiche Anrufe, ob vereinbarte Termine aufrecht bleiben. Auch Fragen wegen Covid-Symptomen, Testmöglichkeiten und der Zwettler Teststation gehören mittlerweile zum Alltag - diese Anrufer werden dann von uns darauf hingewiesen, Notruf NÖ unter der Nummer 1450 zu kontaktieren. Leider werden die Besuchseinschränkungen und die Maskenpflicht nicht von allen Personen akzeptiert, was in weiterer Folge zu manch unangenehmen und intensiven Gesprächen führen kann. Der Großteil der Patienten und Besucher zeigt aber für die Regelungen Verständnis.

Als Portier ist man immer bemüht, hilfsbereit und freundlich zu sein. Wir sind der erste Kontakt für alle, die das Klinikum betreten. Die größte Herausforderung ist zweifellos, dass sich einige wenige Personen nicht an die Regelungen halten wollen, und dies auch teils mit verbalen Angriffen gegenüber dem Portier oder dem Personal der Zutrittskontrolle kundtun. In solchen Situationen ist es dann manchmal nicht so einfach, ruhig zu bleiben und dem Gespräch die Emotionen zu nehmen.

Meine Frau ist in einem Seniorenheim tätig. Da dort die gleichen, strengen Sicherheitsmaßnahmen gelten, haben wir auch dieses Thema betreffend die gleiche Herangehensweise. Die Gesundheit geht vor, private Treffen gibt es im Moment einfach nicht. Da wir beide begeisterte Motorradfahrer sind, waren wir während der Motorradsaison, soweit es uns gemeinsam möglich war, mit unseren Motorrädern unterwegs. Das hat uns schon sehr geholfen den Stress abzubauen und den Kopf wieder frei zu bekommen.

Bis jetzt bin ich zum Glück noch nicht an meine Grenzen gestoßen. Natürlich ist man nach dem einen oder anderen Dienst ausgelaugt oder Mal nicht so gut drauf. Ich versuche aber, diese Stimmung nicht mit nach Hause zu nehmen. Wenn es doch einmal passiert, habe ich das große Glück, dass meine Frau es meistens in kürzester Zeit schafft, mich wieder aufzurichten.

Mein Arbeitsplatz ist rundum verglast und fremde Personen haben keinen Zutritt. Ich trage eine FFP2-Maske und achte auf Abstand und Händehygiene. Natürlich kann man eine Infektion nie ausschließen, aber ich denke, dass wir Portiere im Moment einen der sichersten Arbeitsplätze im Klinikum haben.