Kritik an FJB-„Sackgasse“ ist für Horn überzogen. FJB-Ausbau sollte auch durch Sparpläne nicht in Gefahr sein. Politiker teilen Pro-FJB-Befürchtungen nicht.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 21. März 2018 (06:06)
Martin Kalchhauser
Die direkte Anbindung des Bahnhofs Horn an die Franz-Josefs-Bahn wäre eine deutliche Aufwertung für den Standort und würde wohl auch langfristig das Überleben der Kamptalbahn sichern.Kalchhauser

„Funkstille“ bei den Ausbauplänen der Franz-Josefs-Bahn, insbesondere was die geplante Direktanbindung Horns betrifft, orten die einen, radikalere Maßnahmen wie eine komplette Neutrassierung fordern die anderen. Hinter den Kulissen laufen Verhandlungen.

„Unkoordinierte Einzel-Interessen von Kommunen“?

Mit seiner Ablehnung einer „Sackgasse“ für Horn sorgt der „Pro FJB“-Aktivist Gerald Hohenbichler für Unruhe. Die Franz-Josefs-Bahn müsse wieder zur international eingebundenen Strecke werden. „Es braucht Gesamtkonzepte und keine unfertigen Einzelmaßnahmen wie eine ,Stichbahn Horn‘“, meint er in einer Aussendung und ortet „unkoordinierte Einzel-Interessen von Kommunen“.

NOEN
Landtagsabgeordneter Jürgen Maier: „Laufende Gespräche mit ÖBB und Infrastrukturministerium.“

Das will Landtagsabgeordneter Jürgen Maier (Bild links) so nicht stehen lassen. „Es gibt ein klares dreistufiges Konzept, das 2016 präsentiert wurde.“ Darin enthalten seien Sofortmaßnahmen wie die Ertüchtigung der Strecke für höhere Geschwindigkeiten (87 Mio. Euro), Begradigungen und die Direktanbindung Horns („Spange Horn“, 93 Mio. Euro) sowie zuletzt der Neubau ganzer Abschnitte, etwa bei Göpfritz, Schwar zen au und Vitis (480 Mio. Euro).

Es gebe dazu einen einstimmigen Landtagsbeschluss vom Juni 2017 und ein Grundsatzübereinkommen vom November 2017. Aber der Zeithorizont für das Vorhaben sei 2025! „Im Rahmenprogramm der ÖBB sind wir noch gar nicht drinnen, weil konkrete Berechnungen fehlen“, sieht Maier die ÖBB am Zug und setzt auf Minister Norbert Hofers „klares Bekenntnis zu den Re-gionalbahnen“.

SP-Wiesinger: „,Spange Horn’ ist sogar sehr sinnvoll!“

„Es gibt laufend Gespräche mit dem Ministerium und den ÖBB – aber halt im Hintergrund“, meint der Horner Politiker. Von kolportierten Sparmaßnahmen bei der Bahn könne Horn nicht betroffen sein: „Weil es den Rahmenplan für diese Zeit noch gar nicht gibt.“

„Die ,Spange Horn‘ ist aus meiner Sicht sogar sehr sinnvoll!“, attestiert auch SPÖ-Bezirkschef Josef Wiesinger. Er hofft, dass Ludwig Schleritzko als Horner und für Mobilität im Land zuständiger Landesrat Dampf macht. Dass die Sache Zeit braucht, müsse einleuchten. „Schnell genug kann es natürlich nie gehen, aber in einem Jahr kann das auch nicht erledigt sein.“ Die Horner Spange mache nicht nur wegen des guten Anschlusses der Stadt an die Franz-Josefs-Bahn-Trasse Sinn. „Die Kamptalbahn bekommt einen Direktanschluss, und Horn wird zum Knotenpunkt.“

Die Pläne Hohenbichlers („Er ist ein Phantast, aber Visionen sind erlaubt!“) seien teils gar kein totaler Widerspruch mit den bekannten Zielen. „Aber eine radikale neue Trassenführung im Bereich Horn durchzusetzen, das geht heute nicht mehr oder nur sehr schwer.“