Friede zentrales Thema in Zitternberg. Hochkarätig besetztes Podium hält Klimapolitik, Menschenrechte und Ressourcen wichtig für Friedenspolitik.

Von Gerhard Baumrucker. Erstellt am 10. Februar 2020 (07:09)
Gastgeber Matthias Laurenz Gräff (2.v.r.) und Georgia Kazantzidu begrüßten Landtagsabgeordneten Josef Wiesinger (2.v.l.) und die Diskutanten Philipp Jauernik, Hannes Swoboda, Emil Brix und Eric Frey (v.l.).
G. Baumrucker

Zu einem „Dialog im Kamptal“ luden Georgia Kazantzidu und Matthias Laurenz Gräff in ihr Haus. Unter der Moderation des Politologen Eric Frey diskutierten vor gut 60 Besuchern Botschafter Emil Brix, Ex-EU-Abgeordneter Hannes Swoboda und der Historiker Philipp Jauernik zum Thema „Diplomatie, Politik, interkulturelle Kommunikation im 21. Jahrhundert“.

Die hochkarätigen Redner mit großer Erfahrung und immensem Fachwissen brachten eingangs ihre Thesen zum Thema vor. Moderator Emil Frey sieht im wachsenden Nationalismus, der einem menschlichen Bedürfnis entspricht, eine große Gefahr für die Europäische Union. „Wir müssen mit Optimismus an das Thema herangehen“, meinte Botschafter Brix, „denn die EU steht im Wettbewerb mit Größeren, nämlich USA, Russland und China.“

Für eine dauerhafte Friedenspolitik sieht Swoboda die drei Hauptanliegen: Menschenrechte, Ressourcen und Klimapolitik. „Hierbei muss sich Europa von anderen Mächten unterscheiden“, sagte er. „Wir machen es uns manchmal leicht gegenüber den neuen Staaten“, mahnte Jauernik. Die Europapolitik unseres Landes wird zu zögerlich gesehen. So sagte Swoboda: „Wir haben zu wenig Mut!“

Ein Plädoyer für eine europäische Identität

Bei allen Diskutanten hatte das EU-Friedensprojekt zentralen Stellenwert. Sie waren sich einig, dass es auch weiterhin für alle Europäer so sein müsse, Brexit und Nationalismus dürfen daran nichts ändern, war der allgemeine Tenor. Das unterstrich Frey zum Schluss, als er für eine europäische Identität plädierte.

Bei einem köstlichen Buffet und vielen privaten Diskussionen klang der interessante Abend aus.