Bekommt Wolfshof eigene Kläranlage?. Auch Anschluss an die Anlagen in Etzmannsdorf und Gars möglich. Hitzige Diskussion um die Wasserversorgung.

Von Gerhard Baumrucker. Erstellt am 01. Oktober 2014 (07:04)
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Es fing recht harmlos an. Als Punkt 4 stand „Abwasserbeseitigung in der Katastralgemeinde Wolfshof; Variantenstudie - Kostenvergleich“ auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung. Denn Wolfshof ist die letzte Garser Katastralgemeinde, die eine Abwasserbeseitigung bekommen muss.

Kosten sprechen für Anschluss an Gars

Bürgermeister Martin Falk erteilte dazu dem Ziviltechniker Ernst Grand das Wort. Der Fachmann legte dar, dass er zwei Varianten nach standardisierten Vorgaben des Landes untersucht hat. Einerseits eine eigene biologische Kläranlage und anderseits einen Anschluss an die Kläranlage in Gars. Die reinen Investitionskosten (ohne Berücksichtigung des Ortsnetzes, das ja in beiden Varianten gleich ist) würden 187.000 bzw. 239.000 Euro betragen.

Betrachtet man aber den Barwert, der eine Lebensdauer der Kläranlage von 25 Jahren und des Kanals von 50 Jahren annimmt, kommt man auf 520.300 bzw. 357.110 Euro. Das würde für einen Anschluss an Gars sprechen, wozu noch ein weiterer Vorteil käme. „Dann könnte man nämlich“, so Grand, „in die vorhandene Künette auch die Ortswasserleitung verlegen.“

Über deren Sinnhaftigkeit kam es sogleich zu einer lebhaften Diskussion. Gebhard Rydlo (Bürgerliste Gars): „In Anbetracht der geringen Einwohnerzahl von Wolfshof wäre wohl eine eigene Versorgung anzustreben.“ Grand: „Es gibt Probleme mit einem Brunnen.“ Johann Scheichl (ÖVP): „Meines Wissens sind zahlreiche neue Hausbrunnen vorhanden, daher wird es nur wenige Anschlüsse an die Ortswasserleitung geben.“

Anschluss an Biokläranlage Etzmannsdorf diskutiert

Die von Grand vergleichsweise vorgebrachten Probleme der Brunnen in Etzmannsdorf und Wanzenau (das Wasser sei zum Teil kontaminiert) wurden von Scheichl energisch in Abrede gestellt: „Unser Wasser ist in Ordnung.“ Rydlo warf ein: „Auch der von Grand gebrachte Vergleich hinsichtlich der Wasserqualität von Wolfshof mit Tautendorf ist nicht zielführend.“

Zu guter Letzt brachte Bürgermeister Falk noch eine dritte Variante ins Spiel: Den Anschluss an die Biokläranlage Etzmannsdorf. „Wir werden umgehend einen diesbezüglichen Antrag an die dortige Wassergenossenschaft wegen Versorgung über Etzmannsdorf stellen“, gab er bekannt.