Mega-Hotel im Strandbad geplant?. Die online gesichteten Entwürfe rufen „Freie Liste“ auf den Plan. Spiegl spricht von einer Idee, die man nie hätte umsetzen können.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 04. September 2019 (05:57)

Cordula Bösze sieht die Debatte über Busse, die den für sie vorgesehenen Parkplatz nicht nutzen, für „ein wenig lächerlich“ an: Ihr Leserbrief (NÖN 35/2019) rief eine Reaktion von Christine Eske (siehe Leserbriefe) hervor, die unter dem Halten von Bussen vor ihrer Hauseinfahrt leidet. „Ich finde es toll, dass sie sich da einsetzt“, sagt dazu Bösze.

„Diese Geschichte ist wichtig, aber es gibt größere Aufgaben.“ Eine davon sieht die Gemeinderätin der „Frischen Liste“ (FL) im Drosendorfer Strandbad.

Martin Kalchhauser
Josef Spiegl erzählt, dass von einer Umsetzung des Hotels abgeraten wurde.

Dass zwei unbekannte Männer mit Bürgermeister Josef Spiegl (ÖVP) sich das Gelände ansahen und durch die Stadt tourten, sorgte schon für Spekulationen; noch dazu, weil Architekt Karl Gruber im Mai Entwürfe eines Hotels der Arbeitsgemeinschaft für Bäder gezeigt hat. Diese Arge, wo VP, SP, FP und die Liste vertreten sind, setzt sich vorwiegend mit der Erneuerung des 40 Jahre alten Terrassenbades auseinander.

Die Liste fragte nach: Es „kam zur Antwort, dass Investoren es nicht so gerne mögen, wenn über ihr Vorhaben gesprochen würde, dasselbe auf Nachfrage bei Karl Gruber“. Doch dann entdeckte die Liste in der Vorwoche, dass der Architekt die Pläne auf seiner Website veröffentlicht hat.

„Das macht uns sprachlos, weil es so riesig ist“, spricht Bösze die 64 Zimmer, Spa, Fitness und weitere Räume an. Eine Flächenwidmung liege zwar nicht vor und sie wolle die Idee im Vorhinein nicht ausschließen, auch wenn das Strandbad zu ihren Lieblingsplätzen zählt. „Wir wollen darüber reden, was das für den Ort bedeuten würde.“

‚Keine Belebung‘ versus ‚Vernichtungsfeldzug‘

Altbürgermeister Franz Krestan habe viele Projekte umgesetzt, die jetzige ÖVP-Mehrheitspartei habe außer dem Kindergarten-Neubau „nichts belebt“. „Und dann kommt der Bürgermeister mit einem solchen Großprojekt daher“, so Bösze.

Dem Angesprochenen ärgert dieser Vorstoß: „Man verlangt, dass man nachdenkt, und dann wird man für Ideen sofort kritisiert“, spricht der Bürgermeister von einem „reinen Vernichtungsfeldzug“. „Wenn jemand in der Arbeitsgemeinschaft mitarbeiten will, dann muss er konkrete Überlegungen einbringen. Nicht nur sagen: Ich will’s haben“, findet Spiegl. Er zeigte Firmenvertreter, die Projekte für Investoren aufbereiten, tatsächlich Strandbad und Stadt.

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Cordula Bösze will über mögliche Pläne für das Strandbad reden.

Sie haben geprüft, ob Grubers Pläne überhaupt umsetzbar sind. „Sie haben uns davon abgeraten.“ Die Begründung dafür ist lang, unter anderem wurden mangelnde Straßenverbindungen und gastronomische Infrastruktur oder die voraussichtlich geringe Vergütung des Pächters angegeben.

Ihr Bericht wird bei der nächsten Arge-Zusammenkunft vorgelegt und solle eine Grundlage bilden. Man arbeite an einem touristischen Gesamtkonzept und wolle prüfen, welche Möglichkeiten Drosendorf überhaupt hat. „Ich sehe nicht viel Sinn dahinter, schon vor dem Ergebnis an die Öffentlichkeit zu gehen“, findet Spiegl.

Den Plan habe Gruber von sich aus auf Papier gebracht, völlig kostenlos. „Das wird doch jedem Menschen frei sein dürfen, dass er seine Ideen bekannt gibt.“ Klar sei schon im Mai gewesen, dass eine Umsetzung nicht eins zu eins möglich sein werde; auch, weil der neue Wohnmobilstellplatz weichen hätte müssen. „Ich kann nicht hergehen und ihn dann wieder wegreißen“, betont Spiegl.

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