Erstellt am 07. Oktober 2014, 11:58

von Martin Kalchhauser

Ratespiel um „neue Partei“. NÖN lüftet Geheimnis: Frische Liste will sich vor Wahlkampf neu formieren. „Leute wurden unter Druck gesetzt!“

Leopold Meiringer plant Relaunch der »Frischen Liste«: »Wollen unsere Bewegung in die Breite treiben.«  |  NOEN, Martin Kalchhauser
Mit seiner „Frischen Liste“ (FL) trat der frühere ÖVP-Gemeindeparteiobmann Leopold Meiringer bei der Wahl 2010 an. Wenn die Gruppe des mittlerweile aus der Partei Ausgeschlossenen auch unter den Erwartungen blieb, so wurde sie doch mit zwei Mandaten auf Anhieb zweitstärkste Kraft im ÖVP-dominierten Gemeinderat. Jetzt formiert sich die Bewegung im Hinblick auf die Wahl im Jänner 2015 neu.

„Bewegung etwas mehr in die Breite treiben“

Nur ein Trick der ÖVP – sie hält 11 der 15 Mandate, neben der Frischen Liste sind noch die SPÖ und die FPÖ mit je einem Sitz im Gemeinderat vertreten – konnte verhindern, dass den Neuen ein Stadtratssitz zufiel.

„Streng geheim: Neue Partei in Gründung“, heißt es sinngemäß in einem Facebook-Posting. Dahinter steckt die FL, wie die NÖN in Erfahrung bringen konnte.

„Wir werden in einer geänderten Form antreten“, bestätigt Meiringer im NÖN-Telefonat. „Bisher waren wir eine reine Drosendorfer Stadtpartei, jetzt wollen wir die Bewegung etwas mehr in die Breite treiben.“ Konkret will man in den einzelnen Orten auf Kandidatensuche gehen.

Kandidaten-Suche „vorsichtig angehen“

Warum das unter Geheimhaltung passiere, begründet Meiringer damit, dass im Vorfeld der Wahl 2015 potenzielle Kandidaten unter Druck gesetzt wurden. „Daher müssen wir das vorsichtig angehen.“ Leute zu finden, die der Meinung der FL beipflichten, es müsse sich vieles ändern in Drosendorf, sei leicht. „Aber viele tun sich schwer, sich zu deklarieren, weil sie Nachteile befürchten.“

Geplant sei, die Kandidaten erst beim gesetzlichen Abgabetermin (17. Dezember, Anm.) zu „outen“. Auch dann werde man nicht gleich in die Offensive gehen. „Den Weihnachtsfrieden wollen wir sicher nicht stören!“

Als Beispiel, warum es Unzufriedenheit gebe, nennt Meiringer den jüngsten Gemeinderatsbeschluss über die Kindergartenplanung. „Seit dem Grundsatzbeschluss 2013 wissen wir, dass wir bauen wollen.“ Dann sei fast zwei Jahre nichts passiert, zuletzt wurden Architekten angeschrieben und nun unter Zeitdruck einem der 55.000 Euro teure Auftrag „zugeschanzt“.

„Wir haben vorgeschlagen, dass wir uns alle anhören, weil wir nicht nach einer Bleistiftskizze entscheiden wollten.“ Vergeblich. Obwohl sich sogar ein ÖVP-Mandatar enthielt, wurde der Beschluss gefasst.