Drosendorf sucht nach alten Rezepten. Wo redet man am besten übers Essen? Im Wirtshaus! So geschehen beim ersten „Küchen-Tratsch“ im Gasthaus Failler.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 20. Oktober 2019 (14:19)
Elisabeth Ruckser
Erstes Treffen mit: Ilse Nöhammer, Elfriede Meier, Hilde Juricka, Brigitte Liball, Elisabeth Ruckser, Erika Resl, Josef Spiegl

Genussethik-Expertin Elisabeth Ruckser macht sich mit der Initiative „Drosendorfer Küchengeheimnisse“ auf die Suche nach fast vergessenen Gerichten. Die Rezepte sollen zusammengetragen und später veröffentlicht werden. Fünf Frauen schlossen sich ihr beim ersten Treffen an.

Sie durchblätterten die fast schon historischen, zum Großteil handgeschriebenen Rezeptbücher durch und entzifferten den Text so gut es ging. Viele Notizen sind in Kurrentschrift verfasst, die heute nur mehr wenige zu lesen verstehen.  Kinderzeichnungen mischten sich unter „Cottelets a la Marschal“, „Weinhigerln“ oder „Theekipferln“. Viele Erinnerungen an die Kochkünste der Mütter und Schwiegermütter, Tanten oder Großmütter wurden so lebendig. 

Alte Familienrezepte

Man plauschte über Mohnnudeln, Topfenstrudeln und die Varianten von Waldviertler Knödeln. Man erinnerte sich an sauer eingelegte Rüben oder „Pagunta“, wie sie genannt wurden, und ans früher gebräuchliche „Schwefeln“ von Erdäpfeln, damit sie schön weiß blieben. Einst häufige Zutaten wie Grammeln oder „Schmerfett“ fanden sich in den Aufzeichnungen samt der daraus zubereiteten Grammelbäckerei oder dem Schmerstrudel. Die Rezepte stammen fast durchwegs aus dem Fundus der Familien. 

Bürgermeister Josef Spiegl, die mit Vizebürgermeisterin Hilde Juricka die Aktion unterstützt, erzählte dazu von kulinarischen Einflüssen anderer Gegenden: Seine Mutter hatte als gebürtige Steirerin die damals fast unbekannte Polenta mit ins Waldviertel gebracht. 

Erinnerung an kulinarische Wurzeln

Der nächste Küchentratsch findet am Dienstag, 3. Dezember, um 17.30 Uhr, im Gasthaus zur Hammerschmiede (Altstadt 34, Drosendorf) statt. Interesse? Dann einfach ein, zwei Rezepte aus dem Familienkochbuch mitbringen. Diese können auch gern aus anderen Regionen stammen.

Ruckser will gemeinsam an kulinarische Wurzeln erinnern, Rezepte mitsamt ihrer Geschichte aufschreiben und sie dann für die Sammlung der "Küchengeheimnisse" veröffentlichen. "Damit auch künftige Generationen noch wissen, dass sich aus einfachen Zutaten wunderbare Mahlzeiten zubereiten lassen und wie gut es aus Omas Kochbuch schmeckt", begründet die Initiatorin.