Gehsteig sorgt für Unmut: „Nicht zumutbar“. KOBV-Obfrau Maria Braunsteiner beklagt Gefälle. Bürgermeister sagt Gespräch für März zu.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 15. Januar 2020 (04:05)
Maria Braunsteiner zeigt auf das Gefälle auf dem Gehsteig vor ihrem Haus und dem Haus ihres Sohnes. Für Rollstuhlfahrer sei der Zustand nicht zumutbar. Bürgermeister Georg Gilli (kleines Bild) will sich die Sache noch einmal ansehen.
TW, MK

„Nach drei Jahren Herumärgern habe ich die Nase voll“ – mit diesen Worten meldete sich Maria Braunsteiner, Obfrau des KOBV (Kriegsopfer- und Behindertenverband) Eggenburg und Umgebung, bei der NÖN. Der Grund für ihren Ärger: Sie wolle sich nicht mit der Situation des Gehsteiges im Engelsdorferweg zufriedengeben.

Der im Vorjahr neu asphaltierte Gehsteig weise bei den Hauseinfahrten Neigungen von 15 Prozent auf – und mache es so Personen, die auf einen Rollstuhl angewiesen oder gehbehindert sind, aber auch Menschen mit Kinderwägen unmöglich, diesen Gehsteig zu benutzen.

„Sogar manche Leute ohne Behinderung gehen lieber auf der Straße, weil sie sich den schiefen Gang nicht antun wollen“, sagt Braunsteiner. Ihr Mann Friedrich, der seit einem Arbeitsunfall 2001 im Rollstuhl sitzt, müsse sich auf diesen Passagen stark in Richtung Gartenmauer lehnen, um nicht umzukippen.

Seit mehreren Monaten versuche sie, Bürgermeister Georg Gilli und den zuständigen Stadtrat Josef Kirbes davon zu überzeugen, dass der Zustand des Gehsteiges nicht tragbar sei. Zunächst habe man ihr ein Gespräch für den Herbst in Aussicht gestellt, sie dann aber damit abgespeist, dass man an der Situation nichts ändern könne. Nachdem sie sich zunächst an die Landesregierung und an die Bezirkshauptmannschaft gewandt habe, sei ihr nun ein Gespräch für März in Aussicht gestellt worden. „Aber wenn ich jetzt nicht in die Zeitung gehe, tut sich da wieder nichts“, argumentiert sie.

Gilli: „Werden schauen, ob das zumutbar ist“

Auf NÖN-Nachfrage bestätigte Bürgermeister Georg Gilli, dass es im März ein Gespräch geben wird. „Da werden wir uns die Sache gemeinsam noch einmal anschauen und prüfen, ob die Situation zumutbar ist oder nicht“, stellt er eine Änderung der Situation zumindest in Aussicht.

Für Braunsteiner sei das Gehsteig-Thema aber nicht das erste gewesen, das sie auf die Palme gebracht habe. Schon vor drei Jahren habe es langwierige Auseinandersetzungen mit der Stadtgemeinde wegen der Versetzung einer Laterne im Engelsdorferweg gegeben. Damals sei eine Einigung erst auf Vermittlung von SP-Gemeinderätin Melitta Hofegger zustande gekommen.

Eine Versetzung der Laterne wurde dann – unter finanzieller Beteiligung der Familie Braunsteiner – möglich. „Und jetzt haben wir uns auch an der Asphaltierung des Gehsteiges finanziell beteiligt. Da wünscht man sich zumindest einen ehrlichen Umgang“, beklagt Braunsteiner.