Motorsport-Museum im Wasserturm geplant. Der Eggenburger Rennfahrer Bernhard Zimmermann will im alten Wasserturm ein Motorsport-Museum errichten. Schwerpunkt soll der legendären Formel-V gewidmet sein.

Von Sebastian Dangl. Erstellt am 11. Oktober 2020 (04:07)
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Der Eggenburger Wasserturm hat einen neuen Besitzer. Erworben wurde er vom in Eggenburg geborenen und lebenden Rennfahrer Bernhard Zimmermann. Bis 1965 versorgte der Wasserturm die Dampflokomotiven der Franz-Josefs-Bahn mit Wasser, steht jedoch seitdem still. Nun möchte der amtierende Formel V Europameister der Klasse 3 das historische Baudenkmal in ein Motorsport-Museum umbauen. „Die Idee schwirrte schon länger in meinem Kopf herum. Einige der größten Errungenschaften im Motorsport für Österreich fanden in der Formel V statt, und ich will ihre Geschichte jetzt einem breiteren Publikum zugänglich machen“, erläutert Zimmermann.

Die Formel-V war zu ihrer Blütezeit in den 60er- und 70er-Jahren die weltweit größte Nachwuchs-Motorsport-Rennserie. Viele Österreicher, sowohl Fahrer als auch Konstrukteure, konnten in ihr Erfolge einfahren. Jochen Rindt gewann die Weltmeisterschaft 1966 auf den Bahamas mit dem von Porsche Salzburg gebauten Austro Vau Rennwagen. Auch Niki Lauda, Helmut Marko, Harald Ertl und Dieter Quester waren in dieser Rennserie auf Österreichischen Rennwagen sehr erfolgreich. Bei den Europameisterschaften siegten Michael Walleczek, Günther Huber, Werner Riedl und Erich Breinsberg, der Geschäftsführer des bekannten Autohauses Liewers.

Bernhard Zimmermann will aus dem Eggenburger Wasserturm ein Motorsportmuseum machen.
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Mit dem Auslaufen der Formel V in den 80ern standen auch die meisten Rennwagen lange still. Für die „Historische Formel V“, in der auch Bernhard Zimmermann antritt, werden die alten Rennwagen seit einigen Jahren jedoch zurück aus dem Ruhestand geholt. Auf einem Kaimann Mark 4 gewann der Eggenburger die Europameisterschaft seiner Klasse und war mit einem 1967er Austro Vau von Porsche Salzburg in Le Mans unterwegs. Zimmermann konnte in den letzten Jahren neben diesen Fahrzeugen auch weitere in seine Sammlung aufnehmen, unter anderem den weltweit ersten Formel V Rennwagen aus den USA, dem Formcar. Mittlerweile gelang es ihm, Österreichische Rennwagen aus allen Epochen in seinen Besitz zu bringen.

Immer lauter wurde der Wunsch, diesen Teil der Motorsport Geschichte der Öffentlichkeit näher zu bringen und Motorsportinteressierten, die diese Zeit nicht selbst miterleben konnten, wie Zimmermann selbst auch, zu erzählen. Neben Fahrzeugen hat er viele Exponate, wie Siegestrophäen von den ersten Europäischen Rennveranstaltungen oder historische Bildaufnahmen gesammelt. Diesen möchte er nun im Wasserturm einen angemessenen Rahmen schaffen. Ein Konzept dafür wurde bereits ausgearbeitet und nun geht es an die Detailplanung für die Umsetzung. Zimmermann rechnet nach den Umbauarbeiten mit einer Eröffnung Anfang 2022. Dann sollen auch Besucher in die Motorsportwelt vergangener Tage eintauchen können.