Eggenburg

Erstellt am 13. Januar 2017, 05:07

von Irene Tutschek

Pieler zieht weiter: Abgang im Krahuletzmuseum. Wissenschafter verlässt Eggenburg in Richtung Asparn an der Zaya und setzt wissenschaftliche Karriere dort fort.

Der Wissenschaftler und sein Lieblingsobjekt: Während seiner Tätigkeit im Krahuletzmuseum verlor der Archäologe Franz Pieler sein Herz an ein Eichkatzerl-Modell aus der Reihe der Zinnformen, die aus dem 18. und19. Jahrhundert stammen.  |  NOEN, Foto: Irene Tutschek

Nach über neun Jahren packt Franz Pieler (41) seine Koffer und verlässt das Krahuletzmuseum, um seine berufliche Laufbahn im Urgeschichtemuseum MAMUZ in Asparn/Zaya fortzusetzen.

Bereits nach seinem Doktoratsstudium der Ur- und Frühgeschichte fing Franz Pieler als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Eggenburger Museum an. Zu seinem Aufgabengebiet zählte unter anderem die Inventarisierung, Betreuung und Neuordnung der archäologischen und historischen Sammlung und des Archivs sowie Konzeption und Umsetzung der Neuaufstellung der archäologischen Schausammlung.

Dafert würdigte den Archäologen als Multitalent

So hinterlässt der gebürtige Wiener, der in Gars-Thunau wohnt, seine Spuren im Museum durch die Neugestaltung der Ausstellungen. Neolithikum (2011), Bronzezeit (2014), Eisenzeit (2015) und Römer-Germanen-Mittelalter (2016) sowie zahlreiche Sonderausstellungen trugen seine Handschrift.

Eine Sonderausstellung hatte es ihm besonders angetan: „Jubel, Blut und Tränen – Das Jahr 1934 in Österreich“. Franz Pieler: „Ich beschäftige mich nebenbei sehr viel mit der Ersten Republik und sammle seit über 25 Jahren Gegenstände dazu. Daher war der Großteil der ausgestellten Objekte mein privates Eigentum, und dadurch hatte ich persönlich ein sehr enges Verhältnis zu dieser Ausstellung.“

Neben seiner Tätigkeit als Kurator leitete Pieler auch diverse Forschungsprojekte und Ausgrabungen, hielt Vorträge im In- und Ausland und kann seitenweise Publikationen vorweisen. Bei der Frage nach seinem Lieblingsausstellungsstück muss Franz Pieler schmunzeln: „Das Eichkatzerl-Modell bei den Zinnformen. Es ist lustig, schön, kreativ und herzig. Es zeigt einen kleinen Einblick in die Tischkultur aus dem 18. und 19. Jahrhundert.“

Als Multitalent bezeichnet der Obmann der Krahuletz-Gesellschaft, Gerhard Dafert, den Archäologen: „Franz Pieler war ein wirklicher Glücksfall für das Museum. Er hat sehr viel gewusst und konnte sein Wissen auch präsentieren. Sein Wirken bleibt auch künftig, etwa in der archäologischen Dauerausstellung, sichtbar.“