Stadtpolitik bekämpft Aus für Post. „Geht so nicht“ Eggenburger Stadt-Politik will gegen geplante Schließung des Postamts mit Unterschriftenliste und Resolution vorgehen.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 19. Februar 2020 (02:32)
Die Eggenburger SPÖ-Mandatare Adolf Wechselberger, Maria Grill, Birgit Schrottmeyer und Melitta Hofegger mit den Unterschriftenlisten.
NOEN

Die angekündigten Schließungen der Postämter in Eggenburg, Schrems und Weitra erreichen Wien: Der SP-Abgeordnete und stellvertretende Gewerkschaftsbund-Landesvorsitzende Rudolf Silvan will das Thema per „parlamentarischer Anfrage“ in den Nationalrat bringen.

„Es stehen viele Fragen im Raum“, sagt er via Aussendung. Er erwarte Antworten auf Fragen wie diese: „Warum werden diese Postämter geschlossen? Was wurde getan um die Schließungen abzuwenden? Wie sieht die zukünftige postalische Versorgung in den betroffenen Gebieten aus? Wird es danach ein Minderangebot an postalischen Leistungen geben?“

„Wir werden diese Entscheidung nicht akzeptieren. Das geht so nicht.“ Bürgermeister Georg Gilli

Die ÖVP spreche immer von der Stärkung des ländlichen Raumes, dabei werde mit den geplanten Schließungen – die Post war durch die Privatisierung im Jahr 2005 unter VP-FP den Kräften der Marktwirtschaft unterworfen worden – mit dem Waldviertel „eine weitere lebenswerte Region ausgedünnt“. Vielmehr müsse aber Geld in die Hand genommen werden, um die Region „nachhaltig auszubauen und wirtschaftlich zu stärken“, denkt er an die Franz-Josefs-Bahn oder das Breitband-Internet.

Auch die Landtagsabgeordneten aus dem Bezirk Horn nehmen den Kampf gegen die Schließung des Postamts auf. Es habe sich vielfach gezeigt, dass Lösungen mit Postpartnern keine adäquaten Regelungen seien, sagte SP-Abgeordneter Josef Wiesinger. Auch die Frage, wo die Kunden der PSK künftig ihre Geldgeschäfte abwickeln sollen, müsse man berücksichtigen: „Dabei handelt es sich im ländlichen Raum oft um ältere Personen. Denen kann man jetzt nicht einfach einen Bank-Wechsel zumuten“, sagte Wiesinger. Daher werde es entsprechende Interventionen bei der Post über den SP-Parlamentsclub geben.

ÖVP-Abgeordneter Jürgen Maier versteht die Vorgehensweise der Post nicht: „Es kann nicht sein, dass es dazu im Vorfeld keine Information gegeben hat.“ Er habe das Thema daher auch schon in St. Pölten angesprochen. Ziel sei, ein Gespräch mit der Post zu arrangieren, in dem geklärt wird, „wie sie sich das künftig mit dem ländlichen Raum vorstellen“, sagte Maier.

Bürgermeister Georg Gilli will sich die Schließung nicht gefallen lassen.
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Nach einem Gespräch zwischen Post und Gemeinde Eggenburg in der Vorwoche scheinen die Fronten verhärtet. Dabei habe die Post dargestellt, dass die Geschäfte gar nicht so schlecht gegangen seien, aber seit dem Abschied der Bawag die entsprechenden Umsätze fehlten, sagte Bürgermeister Georg Gilli (ÖVP),. Die Post habe die Gemeinde gebeten, bei der Suche nach einem Postpartner behilflich zu sein. „Wir haben aber unseren Standpunkt klar gemacht, dass wir diese Entscheidung nicht akzeptieren werden. Das geht so nicht“, sagte Bürgermeister Georg Gilli (ÖVP) zur NÖN. Eine Sichtweise, der sich Maier anschloss. Es könne nicht sein, dass sich der Post-Konzern an den Gemeinden „abputzt“.

Man werde daher auch bei der Gemeinderatssitzung am Donnerstag eine Resolution gegen die Schließung des Postamts beschließen, sagte Gilli. Denn: „Wir können uns nicht vorstellen, unsere Post- und Bankgeschäfte beim Bäcker abzuwickeln“, stellte Gilli klar.

Ebenfalls nichts unversucht lassen will die SPÖ Eggenburg, wie Stadträtin Birgit Schrottmeyer der NÖN mitteilte. Auch wenn die Schließung unausweichlich scheine, liegen im Rathaus und in den Geschäften der Stadtgemeinde Unterschriftenlisten auf. Damit wolle man der Bevölkerung die Möglichkeit zum Protest geben. Die Listen sollen dann Bürgermeister Gilli überreicht werden, „der dann gefordert ist“, sagte Schrottmeyer. Der Verlust des Postamtes wäre für die Infrastruktur, für die Beschäftigten der Post und für die Region selbst ein harter Schlag.