Unverständnis: Maske ja oder nein?

Erstellt am 20. Januar 2022 | 06:15
Lesezeit: 3 Min
Eltern in Eggenburg machen auf unterschiedliche Vorgaben im Turnunterricht und bei Sport-Training aufmerksam.
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Um ihr Unverständnis über die Sinnhaftigkeit einer Coronamaßnahme an Schulen aufzuzeigen, wandten sich in der Vorwoche einige Mütter von Schülern der Eggenburger Mittelschule an die NÖN-Redaktion. Grund des Unmuts: Während die Kinder im Turnunterricht verpflichtend Maske tragen müssen, ist dies – im selben Turnsaal und bei den selben Kindern – nicht notwendig, wenn sie am Nachmittag oder am Abend im Zuge eines Vereinstrainings beisammen sind.

Ihnen sei klar, dass die Schule sich an diese Vorgabe halten müsse. Aber: „Die Kinder sehen das nicht ein“, sind sich die Mütter einig. Auch wenn es bisher (noch) nicht zu größeren Problemen wegen der Masken im Unterricht gekommen sei, einige Kinder hätten sich immer wieder wegen Atemnot hinsetzen müssen.

Grünstäudl: „Sicherheit ist oberste Prämisse“

Verständnis für den Unmut der Eltern signalisiert Direktorin Judith Grafinger. Auch sie verstehe die unterschiedliche Notwendigkeit der Maske im Turnunterricht im Vergleich zum Vereinssport nicht. Aber: „Als Schule müssen wir uns an die Vorgaben halten, wir können uns nicht darüber hinwegsetzen.“ Es werde zum einen versucht, den Turnunterricht so oft wie möglich im Freien stattfinden zu lassen („Wir gehen Eislaufen, wenn Schnee liegt auch Langlaufen ...“), bei Regen sei dies aber nicht möglich. Und, so Grafinger: „Wenn wir drinnen turnen müssen, dann wird der Unterricht von der Intensität her so gestaltet, dass er auch mit Maske bewältigt werden kann.“

Für Bildungsmanager Alfred Grünstäudl ist die Diskrepanz im Unterschied zwischen der Covid-Schul-Verordnung und jener, die sonst für den öffentlichen Raum gilt, begründet. In der Schul-Verordnung sei das verpflichtende Tragen von Masken im Klassenzimmer vorgeschrieben. Und auch wenn ein Turnsaal wesentlich größer als ein Klassenzimmer sei, so wäre es widersprüchlich, angesichts der beim Turnern größeren Virenlast auf die Maske zu verzichten. Er könne zwar nachvollziehen, dass die ungleiche Vorgehensweise in Schule und beim Vereinstraining nicht schlüssig sei. Die Schulen seien aber verpflichtet, die für sie geltende Verordnung umzusetzen. Oberste Prämisse müsse es aber sein, den Unterricht so sicher wie möglich zu gestalten und so Schulschließungen zu verhindern: „Denn wir wissen, was das gerade auch für die Schüler bedeutet.“

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