VP-Sextett stellt sich Wahl nicht mehr. Sechs ÖVP-Mandatare ziehen sich aus Eggenburger Lokal-Politik zurück. Auch Vizebürgermeisterin Satory und Finanz-Stadtrat Kabesch gehen.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 27. November 2019 (05:12)

Ein großer Umbau steht der Gemeinderatsfraktion der ÖVP nach der kommenden Gemeinderatswahl bevor: Mit Vizebürgermeisterin Susanne Satory, Finanz-Stadtrat Gerhard Kabesch und den Gemeinderäten Christian Cornelson, Georg Neugebauer, Daniel Rockenbauer und Alexander Hutecek gaben gleich sechs aktive Mandatare bekannt, im Jänner 2020 nicht mehr kandidieren zu wollen.

Bürgermeister Georg Gilli, der sein Team wieder als Spitzenkandidat in die Wahl führen wird, sieht im Abgang dieser Mandatare, denen er für ihre geleistete Arbeit dankbar sei, auch eine Chance, sein Team zu verjüngen. Wer dem Sextett nachfolgen soll, wird demnächst bekannt gegeben.

„Ich möchte mich mehr meiner Familie – meinen Enkeln und meinem Mann – widmen. Aber ich möchte auch mehr Zeit für mich haben“, begründete Vizebürgermeisterin Susanne Satory ihre Entscheidung. Sie gehört seit 1995 dem Gemeinderat an, agierte unter anderem als Stadträtin für Tourismus, ehe sie nach der Wahl 2015 als Nachfolgerin von Margit Koch das Vizebürgermeister-Amt übernahm. Schon als Gemeinde-Mitarbeiterin war sie im Eggenburger Tourismus engagiert:

„Da gibt es viele Termine zu bestreiten. Jetzt ist es an der Zeit, dass jemand mit neuen Ideen und frischem Elan diese Aufgabe übernimmt“, sagt Satory. Sie will aber bis in den Jänner hinein ihre Aufgabe ernst nehmen und das begonnene Wanderwege-Projekt abschließen: „Dann kann ich meinem Nachfolger mit gutem Gewissen die Funktion übergeben.“ Außerdem machte sich Satory mit der Organisation des Eggenburger Adventzaubers (siehe auch Seite 95) verdient.

Mit Finanz-Stadtrat Gerhard Kabesch verlässt auch ein zweiter Eckpfeiler der Eggenburger Stadtregierung den Gemeinderat, dem er 21 Jahre angehörte. Schon nach einem Jahr wurde Kabesch Stadtrat für Infrastruktur und Öffentliche Einrichtungen, zuletzt war er 16 Jahre für die Finanzen der Stadt zuständig – und setzte dabei wichtige Schritte in Richtung Schuldenabbau von rund 13 auf 5 Mio. Euro. „Damit haben wir keine höhere Pro-Kopf-Verschuldung als umliegende Gemeinden. Und das ist uns gelungen, ohne uns dabei tot zu sparen“, bilanziert Kabesch. Damit sei auch der notwendige Polster geschaffen worden, um für aktuell anstehende Investitionen Spielraum zu haben.

Kabesch: „Ich will kein Sesselkleber sein“

Warum er jetzt geht? „Ich will kein Sesselkleber sein“, sagt Kabesch. Er wolle – wie ein guter Wein – einen guten Abgang hinlegen, und zwar zu einem Zeitpunkt, an dem es noch nicht heißt „Wann hört der Kabesch endlich auf?“ Aus den ursprünglich geplanten drei Perioden seien schlussendlich ohnehin vier geworden. Außerdem werde er in zwei bis zweieinhalb Jahren auch in der Raiffeisenbank Eggenburg in Pension gehen und dann seine Hobbys und seine Freizeit genießen.

Der nachstoßenden Jugend will Kabesch keine „Ratschläge aus der zweiten Reihe“ erteilen, ihr aber – soweit gewünscht – mit Rat zur Seite stehen: „Wir haben junge Leute mit Ambitionen. Die werden sicher einiges anders machen als bisher, aber das ist ganz normal“, sagt Kabesch, der sich selbst als „Urgestein“ bezeichnete, dem seine politischen Mitstreiter wie Willi Jordan in den vergangenen Jahren abhandengekommen sind.

20 Jahre gehörte Georg Neugebauer dem Gemeinderat an. Von 2010 bis 2015 war er Stadtrat, außerdem Jugend- und zuletzt noch Umweltgemeinderat. Er zieht sich berufsbedingt aus der Lokal-Politik zurück. Sein Expertenwissen im Umweltbereich will Neugebauer, der am Institut für Raumplanung, Umweltplanung und Bodenordnung der Boku Wien arbeitet, der Stadtgemeinde aber weiter zur Verfügung stellen.

Ebenfalls aus Zeitgründen zieht sich Alexander Hutecek, seit 2005 im Gemeinderat, zurück. Er absolvierte eine Handball-Schiedsrichter-Ausbildung und wird daher künftig in ganz Österreich unterwegs sein. Ähnlich sieht die Situation bei Jugendgemeinderat Daniel Rockenbauer aus beruflichen Gründen aus. Nach zehn Jahren verlässt auch Christian Cornelson aus privaten Gründen die Eggenburger Stadtpolitik.