Turnhallen im Bezirk Horn sind ausgelastet. Wenn Vereine zusätzliche Kapazitäten brauchen, herrscht auch in Horn Engpass.

Von Karin Pollak. Erstellt am 11. September 2019 (08:24)
Thomas Weikertschläger
Die Horner Sportakrobatinnen können auf volle Unterstützung seitens der Stadtgemeinde Horn zählen.

Vom Schuldirektor über den Schulwart bis zum Bürgermeister und oft wieder retour – der Weg zu einem geöffneten Turnsaal ist für Sportvereine oft ein langer und beschwerlicher. Dabei zeigt eine Studie der Sportunion, dass Bedarf an zusätzlichen Hallenzeiten besteht. Die NÖN hörte sich in der Region um.

„Unsere Union hat fast 500 Mitglieder und jede Sektion macht sich die Termine für Trainings und Kurse mit den Hallenbetreibern aus. Mir ist nur ein gutes Einvernehmen mit den Bürgermeistern bekannt.“ – Mit diesen Worten berichtet Herbert Daberger, Obmann der Sportunion Horn, davon, dass es in Horn, was die Nutzung von Sporteinrichtungen betrifft, gut klappt.

Aber, so Daberger weiter, während der Ferien sei meist keine Nutzung der Turnsäle möglich, ebenso an langen Wochenenden. „Das ist natürlich ein Problem“, zeigt er auf. Das unterstreicht auch der Thunauer Raimund Hager, Präsident der NÖ Sportunion. Er fordert mehr Sportstätten: „Viele Vereine können keine Kurse anbieten, weil einfach keine Kapazität da ist, obwohl es genügend Interessenten dafür gibt. Wir hätten gerne, dass die Politik etwas mehr Geld in Sportstätten investiert.“

Über Probleme bei zusätzlichen Kapazitäten kann auch Sandra Kaufmann von den Horner Sportakrobaten berichten. „Wir trainieren 15 Stunden die Woche in der Horner Stadthalle und das bereits im zehnten Jahr. Die Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde funktioniert gut. Aber wenn wir zusätzliche Kapazitäten brauchen, dann wird es schwierig.“

Bei der Austragung von Großveranstaltungen, wie zum Beispiel den Landesmeisterschaften, hätten die Sportakrobaten schon den Freitag vor dem Event für das Aufbauen benötigt. „Da haben wir monatelang verhandeln müssen, um an diesem Tag die Halle zu kriegen“, so Kaufmann.

Obwohl auch Trainings im Turnsaal des Gymnasiums abgehalten werden, ist es nicht einfach, die Termine zu koordinieren. „Wir hätten heuer gerne ein Samstags-Training angesetzt, fanden aber keine freie Halle. Jetzt trainieren wir sonntags, worauf einige mit dem Training aufgehört haben“, zeigt Kaufmann zusätzlichen Trainingsbedarf auf.

Gute Zusammenarbeit mit Stadtgemeinde

Die gute Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde ist vorhanden:„Wird etwas in der Halle wegen Verschleiß kaputt, übernimmt den Schaden die Gemeinde. Wir dürfen auch unser Equipment in der Halle lagern und das ist nicht wenig. Außerdem werden wir laufend unterstützt. So übernahm die Gemeinde die Kosten für zwei Rollmatten.“

Ausgelastet ist auch die Sporthalle in Eggenburg. Der Handballverein UHC Eggenburg trainiert eifrig, Anfragen von anderen Vereinen können daher oft nicht mehr berücksichtigt werden. „Wir verlangen natürlich Miete, aber die Zusammenarbeit mit den Sportvereinen passt“, betont Stadtrat Josef Kirbes.

Das kann auch der Horner Sport-Stadtrat Gerhard Lentschig sagen: „Wir haben den Plafond erreicht, die Begehrlichkeit ist größer als der Bedarf, aber jeder Verein, der sportliche Aktivität anbietet, soll dafür auch Platz bekommen. Da gibt es einen kollegialen Abgleich.“

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