Garser Pellets-Werk als Vorreiter in Europa. Neun Millionen Euro wurden in Betrieb mit nachhaltiger, effektiver Nutzung von Holz investiert. Neben Pellets-Produktion liegt das Augenmerk auf Verwendung von Holzfaser.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 19. Januar 2018 (06:08)
Rupert Kornell
Eröffneten das Pellets-Werk in Gars: Landtagsabgeordneter Jürgen Maier, Geschäftsführer Michael Kotyk, Vertriebsleiter Stephan Schneider, Vizebürgermeisterin Paula Uitz, Werksleiter Christoph Walla sowie die Vertreter des geldgebenden „Downing Fonds“ aus England, EdSimpson und Jeff Sankin (von links).

„Im Vorjahr wurde hier das modernste Pelletswerk Europas errichtet“, verkündete Werksleiter Christoph Walla bei der Eröffnung des „Y-Pellets-Werks“ stolz. „Das modernste nicht deshalb, weil wir Holz in ganzen Stämmen übernehmen, sondern weil es das erste Werk ist, das über eine kaskadische (Anm.: besonders nachhaltige und effektive) Nutzung von Material und Energie verfügt.“

Wertschöpfung bleibt der Region erhalten

Die Stämme werden gehackt, getrocknet und gemahlen, nicht feste Holzanteile zu Staub zerrieben. Nach der Trennung von Staub und Holzfasern dient der Staub als Brennstoff zur Energieerzeugung, die Fasern werden ohne Zugabe von Bindemittel (Walla: „Unsere Pellets verbinden sich durch das holzeigene Harz und das Lignin.“) gepresst.

Die Pellets – für die 40.000 t, die jährlich produziert werden sollen, das entspricht einem Bedarf von 8.000 Einfamilienhäusern, werden 70.000 Festmeter Holz aus der Region benötigt – werden lose mit eigenen Lkws, in Big Bags oder 15 Kilo-Säcken über Vertriebspartner verkauft.

„Vielleicht gibt‘s auch bald Pellets-Zucker“

Intensiv wird auch an der Entwicklung neuer Produkte von Brickets bis Tiereinstreu gearbeitet. „Vielleicht gibt‘s auch bald Pellets-Zucker“, warf Geschäftsführer Michael Kotyk, der den Entwicklungsprozess seit dem Grundankauf vor rund fünf Jahren Revue passieren ließ, einen Blick in die Zukunft des Betriebes, der mit einer Investition von neun Millionen Euro mit Geldgebern aus England und mit Hilfe der örtlichen Sparkasse errichtet wurde.

„Dem Unternehmen gilt unser großer Dank, weil sie Gars als Standort gewählt und 15 neue Arbeitsplätze geschaffen haben“, meinte Vizebürgermeisterin Paula Uitz und Landtagsabgeordneter Jürgen Maier ergänzte: „Als Regionsobmann kann ich mich nur freuen, wenn ein neues Werk mit neuen Arbeitsplätzen entsteht, regionaler Rohstoff verarbeitet wird und so die Wertschöpfung in der Region bleibt. Wo, wenn nicht im Waldviertel wäre dieses Werk besser angesiedelt. Hier kann ein wichtiges Kompetenzzentrum für Holzverarbeitung entstehen.“