Allegro Vivo: Eine wahre Klangfülle in Altenburg. Allegro Vivo, das größte europäische Kammermusik-Festival, startete in der prachtvollen Bibliothek des Stiftes Altenburg die 40. Spielsaison.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 09. August 2018 (08:30)
Dieter Schewig
Aus Anlass „40 Jahre Allegro Vivo“ erhielt Tristan Schulze (rechts) den Auftrag, ein Violinkonzert für die Academia Allegro Vivo mit Vahid Khadem-Missagh als Solisten zu schreiben. Die Komposition wurde bei der Uraufführung mit viel Applaus vom Publikum aufgenommen.

Ein traumhaftes Geschenk bereiteten der künstlerische Leiter Vahid Khadem-Missagh und die Academia Allegro Vivo dem Publikum in der fast bis auf den letzten Platz gefüllten Bibliothek des Stiftes Altenburg zum 40-jährigen Bestehen des Kammermusik Festivals Allegro Vivo – und sicher auch sich selbst, denn die Besucher spendeten für die Darbietung des anspruchsvollen Programms enthusiastischen Applaus.

Da es ein besonderes Jubiläum war, durften natürlich zu Beginn auch die Festredner nicht fehlen. Allegro Vivo-Geschäftsführer Nikolaus Straka erinnerte an die Gründung und das erste Konzert am 25. 8. 1979 und schlug den Bogen zum heutigen vierzigsten: „Das diesjährige Motto ,Klang verbindet‘ war schon damals präsent, eine Vision des Festival-Gründers Bijan Khadem-Missagh.

Durch seine Ausstrahlung, sein Engagement, seine Ideen hat er bald viele Mitstreiter gefunden. Viele haben den Geist von Allegro Vivo aufgenommen und weitergetragen.“ All die Jahrzehnte sei das Festival stets von einem großartigen Publikum, hochrangigen Künstlern aus aller Welt, Unterstützern aus Wirtschaft und Politik und jährlich über 500 Studenten bei der Sommerakademie getragen worden.

Festival in Altenburg aus der Taufe gehoben

„Allegro Vivo ist hier aus der Taufe gehoben worden“, verkündete Altenburgs Abt Thomas Renner stolz. „jetzt, mit 40, ist es in der Vollblüte. Von hier aus hat das Festival die Welt erobert und im positivstem Sinn auch unserem Haus seinen Stempel aufgedrückt. Das freut uns und verbindet uns mit der Welt, mit verschiedenen Generationen – und das wird auch sicherlich in Zukunft so sein.“

Und schließlich war es an Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, das Festival zu eröffnen und alles Gute für diese Saison und künftighin zu wünschen: „Was mir sofort aufgefallen ist: Ich sehe hier eine glückliche Allegro Vivo-Familie, der die Kunst mit all ihren Ausformungen am Herzen liegt.“

Dieter Schewig
Vahid Khadem-Missagh, der künstlerische Leiter des Festivals, leitete bei Tschaikowskis „Souvenir de Florence“ die Academia Allegro Vivo beim Eröffnungskonzert vom Pult des ersten Geigers aus.

Danach tauchten die Besucher in die Welt der Musik ein und genossen trotz tropischer Temperaturen das Konzert, das mit Edvard Griegs Suite „Aus Holbergs Zeit“ begann. Schon nach den ersten Tönen des 21-köpfigen Streichorchesters war klar, dass dieses einmal mehr in Höchstform agierte, schwungvoll geleitet von Vahid Khadem-Missagh, der im letzten „Rigaudon“ in die Rolle des Solisten wechselte.

Solist, Orchester und Komponist umjubelt

Diese behielt er dann in einem besonderen Werk des deutschen Komponisten Tristan Schulze bei, der aus Anlass des Jubiläums im Auftrag von Allegro Vivo ein Violinkonzert geschrieben hatte, das in Altenburg seine Uraufführung erlebte. Der Solist reizte dabei wie die ihn bestens unterstützende Academia nahezu alle klanglichen Möglichkeiten der Geige aus und wurde seinem Ruf als in der ganzen Welt gefragter Virtuose vollauf gerecht. Jubel und viele Bravo-Rufe für die Ausführenden, aber auch für Schulze, der geschickt romantische Musik, Walzerklänge, Blues, Jazz und indische Musik vermischt hatte.

Den ebenso umjubelten Abschluss bildete Tschaikowskis „Souvenir de Florence“ für Streichorchester mit einem furiosen Allegro, einem melodiösen Adagio, einem kraftvollen Allegretto moderato und einem fröhlichen Allegro vivace. Der Dank für reichlich Beifall: Die Zugabe mit einem Fritz Kreisler-Werk.

Zu hören ist das Eröffnungskonzert am Dienstag, 28. August, um 14.05 Uhr auf Ö1.