Einige lassen Impf-Termin im Bezirk Horn aus. Weil einige Angemeldete sich „Stich“ nicht abholten, sind im Bezirk Horn schon viele Polizisten geimpft.

Von Georgia Kazantzidu. Erstellt am 31. März 2021 (04:18)
Impfung als Eintrittspass für Lokale und Veranstaltungen
dpa

Bezirkspolizeikommandantin Birgit Geitzenauer.
Eveline Knabb, Eveline Knabb

„Die schlimmste Nebenwirkung einer Impfung ist, sie nicht zu haben – weil dann wird man krank.“ Mit diesem Appell wendet sich Georg Schrattenbacher, Organisator der von der Flugrettung NÖ betriebenen Impfstraße in Horn, an die Bevölkerung. Der Grund: Einige angemeldete Personen sind nicht zur Impfung erschienen. Dank „großartiger Synergien“ mit Bürgermeister Jürgen Maier und Bezirkspolizeikommandantin Birgit Geitzenauer konnten die Impfdosen aber gerettet werden.

Polizisten auf freiwilliger Basis geimpft. Denn es sei furchtbar, Impfdosen wegschmeißen zu müssen, während viele Bürger auf eine Impfung warten. Zudem sei es eine zeitkritische Situation, wenn Spritzen bereits aufgezogen worden sind. Wenn angemeldete Personen nicht zur Impfung kommen, werden kurzfristig Personen aus einer „Ersatzliste“, die von der Stadtgemeinde betreut wird, zur Impfung eingeladen. Zu diesen Personen gehören etwa die Helfer von „Essen auf Rädern“, aber auch zahlreiche Polizisten aus dem Bezirk Horn kamen auf diese Weise zu ihrer Corona-Impfung. Wie Bezirkspolizeikommandantin Birgit Geitzenauer gegenüber der NÖN bestätigte, sind einige Kollegen – auf freiwilliger Basis – geimpft worden, aber noch nicht alle. „Die Beamten bekommen in 28 Tagen den zweiten Teil des Impfstoffs Moderna“, sagt Geitzenauer. Dass es wichtig ist, Exekutivbeamte zu impfen, steht für Schrattenbacher außer Frage. „Beamte aus Niederösterreich werden teilweise bei Demonstrationen in Wien eingesetzt und dort von Menschen ohne Maske bespuckt. Das ist eine unglaubliche Situation. Ich bin sehr froh, dass diese Menschen, die für unsere Sicherheit sorgen, geimpft werden“, so Schrattenbacher.

Bezirksärztesprecher Gerald Oppeck.
Martin Kalchhauser, Martin Kalchhauser

Ärztesprecher: Nicht verunsichern lassen. Wenn angemeldete Personen nicht zur Impfung erscheinen, verärgert dies auch Ärzte. Es sind nicht viele, sondern eher Einzelfälle, berichtet Bezirksärztesprecher Gerald Oppeck. Es sei verständlich, dass der Impfstoff – ehe er nicht mehr verwendet werden darf – dann an andere Personen, die bereit seien, sich impfen zu lassen, weitergegeben wird.

Natürlich gebe es auch Verunsicherung hinsichtlich der Impfung, sagt Oppeck. Er erklärt: „Impfreaktionen gibt es bei allen Impfungen, das ist die natürliche Abwehrreaktion. Durch die Entzündung entsteht ja die Immunität. Bei den Corona-Impfstoffen werde über Impfstoffe, deren Wirksamkeit bei 60, 70 oder 80 Prozent liege, diskutiert. „Bei anderen Impfungen – etwa der Grippe-Impfung – wissen wir, dass die Wirksamkeit zwischen 30 und 60 Prozent liegt, und da fragt kein einziger Mensch nach“, sagt Oppeck.

In einer Situation wie der aktuellen, die schwer in den Griff zu bekommen sei, sei es nur relevant, dass der Impfstoff wirksam sei – „egal zu wieviel Prozent“. Es sei daher wesentlich, dass die Impfungen genutzt werden, um die Situation in den Griff zu bekommen . Auch Oppeck richtet seinen Appell an die Bevölkerung, sich durch Gerüchte nicht verunsichern zu lassen, und die Impfung in Anspruch zu nehmen.

1.800 Menschen in Impfstraße geimpft. Aktuell sind in der Horner Impfstraße inklusive dieser Woche insgesamt 1.800 Menschen geimpft worden. Die Dankbarkeit und Erleichterung der geimpften Menschen sei groß, so Schrattenbacher.