Kriminalität im Bezirk Horn wuchs an. Im Bezirk stieg die Zahl der angezeigten Fälle über ein Drittel an. Bezirkspolizeikommandant Brinnich: „Keine Gefahr!“

Von René Denk. Erstellt am 02. September 2018 (07:20)
Bezirkspolizeikommandant Günther Brinnich: „Es besteht keine Gefahr für die Sicherheit der Bürger im Bezirk Horn“. Foto: René Denk
René Denk

Die Kriminalität ist im ersten Halbjahr im Bezirk am stärksten in ganz Niederösterreich gestiegen. Das weist die Kriminalitätsstatistik für das erste Halbjahr 2018 im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres aus. Konkret wurden um 142 Fälle mehr angezeigt, was einer Steigerung von 37,8 Prozent entspricht, während im niederösterreichischen Durchschnitt die Kriminalität um acht Prozent zurückgegangen ist.

Bei der Kriminalitäts-Steigerung liegt Scheibbs weit abgeschlagen an Platz zwei mit einem Plus von 7,1 Prozent, gefolgt vom Bezirk Krems-Stadt mit 5,8 Prozent. In ganz Niederösterreich gab es insgesamt nur fünf Bezirke mit einem Kriminalitätsanstieg laut Statistik.

Ist Horn jetzt unsicherer geworden? „Nein, es besteht keine größere Gefahr für die Sicherheit der Bürger im Bezirk Horn“, betont Bezirkspolizeikommandant Günther Brinnich.

Denn vieles von dem, was zum Sicherheitsgefühl der Bürger beitrage, sei sogar zurückgegangen, wie beispielsweise Wohnhauseinbrüche oder Diebstahl sind zurückgegangen (Zahlen siehe unten). „Dinge, die die Bürger betroffen machen sind Eigentumsdelikte. Und die sind zurückgegangen“, sagt Brinnich. Wohnhauseinbrüche haben sich halbiert, der schwere Diebstahl sank von fünf auf null Anzeigen.

Erfolge bei Ermittlungen tragen zu Steigerung bei

Warum die Summe der Anzeigen so explodiert ist, kann Brinnich ganz genau sagen. Und vieles hat mit dem Internet zu tun. Die Zahl des vorsätzlichen Besttellbetruges zum Beispiel stieg um 32 an. „Die Polizei kann hier nicht verhindern, dass jemand vorsätzlich eine Ware bestellt, obwohl er genau weiß, dass er sie nicht zahlen können wird“, meint der Bezirkspolizeikommandant.

Zudem habe man heuer auch das Glück (das aber negativ, weil mehr, auf die Kriminalstatistik wirkt), dass man 15 Suchtmitteldelikte mehr aufklären konnte. „Wenn man einen Konsumenten ertappt und der uns beispielsweise zu zehn weiteren führt, dann haben wir hier elf Anzeigen mehr“, erklärt Brinnich.