Erstellt am 17. Juli 2013, 00:00

Es lebe unsere Freundschaft!. Urkunde unterzeichnet / Vor fünfzig Jahren wurde der erste Kontakt zwischen Gars am Inn und Gars am Kamp geknüpft. Jetzt wurde diese Partnerschaft auch offiziell besiegelt.

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Von Rupert Kornell

GARS / Mit einer Festfanfare – und dem Kaiserjäger-Regimentsmarsch – ist noch keine Gemeinderatssitzung eingeleitet worden. Neu war auch der Schauplatz, nämlich der Hof des Pfarrhauses. Und ungewöhnlich war auch der Anlass, nämlich die Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages zwischen Gars am Kamp und Gars am Inn.

„Eine geschichtsträchtige Urkunde gehört an einem besonderen Ort unterzeichnet,“ leitete Bürgermeister Martin Falk die Sitzung ein, an der auch sein bayrischer Kollege Norbert Strahllechner und einige seiner Mandatare teilnahmen. Falk erinnerte dabei an die Anfänge vor genau 50 Jahren, als Anton Höltl, einer seiner Amtsvorgänger, auf einer Fahrt nach München eine Hinweistafel auf Gars am Inn entdeckte, hinfuhr und sich am Gemeindeamt angeblich mit „I c h bin der Garser Bürgermeister!“ vorstellte.

Austausch soll auf vielen Ebenen erfolgen

In Folge entwickelte sich eine Reihe von Freundschaften, ausgehend von den Feuerwehren, den Sportvereinen und später auch den Musikkapellen, die bis heute anhielten und nun „legalisiert“ wurden. „Das ,schlamperte Verhältnis‘ muss beendet werden“, forderte Falk und las den Entwurf eines Partnerschaftsvertrags vor, der die „Festigung und Vertiefung der Freundschaft der beiden Gemeinden“ beinhaltet und sich im gegenseitigen besseren Kennenlernen der Bevölkerung und im Austausch auf kultureller, wirtschaftlicher und sozialer Ebene dokumentieren soll.

Eine Hürde war aber vor der Unterzeichnung noch zu nehmen. „Das ist eine trockene Baustelle, ich stelle den Dringlichkeitsantrag, Getränke einzustellen“, forderte Falk, um – nachdem prompt Karaffen mit Wasser gebracht wurden – einen Zusatz einzubringen, der ebenfalls einstimmig genehmigt wurde: „Bitte 25 Krügel Bier!“

Gegenbesuch in Bayern erfolgt Anfang Oktober 

Nach einem kräftigen Prost meldete sich Strahllechner zu Wort: „Partnerschaft ist wie ein Schlüssel in einem Tor: Jedem bleibt es überlassen, dieses Tor aufzusperren.“ Er verwies ebenfalls auf die auf vielen Ebenen stattfindenden Begegnungen – die nächste wird die „heimischen Garser“ vom 4. bis 6. Oktober nach Bayern führen – und gab ebenfalls seine Zustimmung: „Jetzt wollen wir nicht mehr in wilder Ehe leben. Es lebe unsere Freundschaft!“

Nachdem er und Falk, dieser mit den Fraktionsführern Josef Wiesinger („Es sollte eine Chronik dieser 50 Jahre geschrieben werden, damit nichts in Vergessenheit gerät!“), Ewald Gruber und Helmut Gröschel, die Urkunde unterzeichnet hatten, erfolgte der Austausch von Geschenken: Für die Bayern gab es ein Bild von Matthias Laurenz Gräff, das die Gemeinsamkeiten der beiden Orte aufzeigt, diese revanchierten sich mit einer Chronik für jeden Gemeinderat.

Die beiden Bürgermeister Norbert Strahllechner sowie Martin Falk (vorne) mit den Fraktionsvertretern Ewald Gruber, Josef Wiesinger und Helmut Gröschel (hinten von links) unterzeichneten die Partnerschaftsurkunde.