„Endlich Lösung für Kloster Pernegg“

Erstellt am 29. Juni 2022 | 03:57
Lesezeit: 4 Min
440_0008_8402269_hor26ttw_pernegg_fastenzentrum_vertrag.jpg
Präsentierten nach jahrelangen Verhandlungen eine Lösung für das Kloster Pernegg: Richard Hackl, Pfarrer Simon Petrus, Sonja Stefal, Prior Conrad Müller, Klaus und Florentina Rebernig und Norbert Frömmer.
Foto: ThomasWeikertschläger
Nach jahrelangen Verhandlungen – und dem ein oder anderen Streit – fixierten das Stift Geras und Klaus Rebernig Zukunft des Klosters Pernegg. Laut Rebernig steht damit Weiterentwicklung des Fastenzentrums nichts mehr im Wege.
Werbung

Gut Ding braucht manchmal Weile – zumindest wenn es nach Klaus Rebernig vom Fastenzentrum Pernegg und den Verantwortlichen des Stiftes Geras geht. Nun wurde aber eine für alle Seiten befriedigende Lösung für das Kloster Pernegg (die NÖN berichtete mehrfach) gefunden. Nach „langen, geduldig geführten Verhandlungen“ hat das Stift Geras das Baurecht am Kloster Pernegg als langfristiges „Eigentum auf Zeit“ dem bisherigen Pächter Rebernig gewährt.

Nun wolle man diese bilaterale Abmachung auch der Öffentlichkeit präsentieren, sagt Prior Conrad Müller. Er sei froh, dass es „im Endspurt der Verhandlungen“ zu einer guten Lösung gekommen sei. Aller vergangenen Querelen zum Trotz solle man jetzt nach vorne schauen. Denn: „Ich bin überzeugt, dass die Vereinbarung positiv für den Ort, unser Haus und das Kloster Pernegg ist“, so Müller.

Rebernig hatte das Kloster 2004 für sein Fastenzentrum gepachtet. Mit der neuen Regelung gehen jetzt die Eigentumsrechte für 99 Jahre an ihn, das Kloster bleibt aber im Eigentum des Stiftes. Und das sei gemeinsam mit der Vermeidung des Konkurses für die KBZ (Kunst- und Bildungszentrum Geras Veranstaltungs- und Betriebsgesellschaft m.b.H.) oberstes Ziel des Deals seit seinem Einstieg in die KBZ 2015 gewesen, sagt Richard Hackl.

Denn das Gebäude wurde auf Betreiben des mittlerweile verstorbenen Geraser Altabtes Joachim Angerer vor drei Jahrzehnten von Grund auf saniert und großzügig erweitert – mit Geld des Landes Niederösterreich. 2015 seien noch 3,5 Mio. Euro offen gewesen, mittlerweile ist der Stand auf knapp unter 3 Mio. Euro gesunken, führt Hackl aus. Für die kontinuierliche Rückzahlung des langfristigen Millionen-Kredites des Landes und für eine zukünftige Sicherung der Erhaltung und Weiterentwicklung der Klosteranlage habe man jetzt die Gesellschaftsanteile des Stiftes an den bisherigen Pächter Rebernig veräußert.

Und dem sei – nachdem er zuletzt schon in das Objekt investiert hat – jetzt auch die Umsetzung des bereits geplanten Ausbaus des Fastenzentrums (die NÖN berichtete bereits über die Pläne) wegen der Erweiterung des Baurechts um zusätzliche Flächen möglich. Für ihn sei es unumgänglich gewesen, in ein „Quasi-Eigentumsverhältnis“ zu kommen, sagt Rebernig: „Ich kann nur in diesem Ausmaß investieren, wenn ich die Investition auch besichern kann“, sagt er. Und das gehe nur dank dieser Lösung.

Er sei froh, die Last des Millionenkredits, der wie eine Bürde auf dem Stift gelegen habe, los zu sein, sagt Müller. Denn die Verbindlichkeiten muss jetzt Rebernig bedienen. Für das Stift, das in allen Fällen verlässlicher Partner sein wolle, sei dies auch ein Schritt in Richtung mehr wirtschaftlicher Stabilität.

Pfarrer Kreit fühlt sich weiter übergangen

Nicht umfasst vom Baurecht sind übrigens Friedhof und Kirche sowie die Alte Volksschule, sehr wohl aber die Pfarrerswohnung und andere von der Pfarre genutzte Räumlichkeiten. Für die soll es jetzt laut Rebernig einen „normalen Mietvertrag“ geben.

Nicht glücklich damit ist der Pernegger Pfarrer Sebastian Kreit. Auf NÖN-Nachfrage weist er auf ein Schreiben aus dem Jahr 1999 hin, das der Pernegger Pfarre diese Räumlichkeiten zusichert. Mit der Lösung fahre man nicht nur über ihn, sondern auch über die Pfarre drüber.

Rebernig indes will hier künftig – aktuell sind im Kloster Pernegg 20 Mitarbeiter, 25 Fastenbegleiter und elf Massage-Therapeuten beschäftigt – weitere bis zu 20 Arbeitsplätze und Wertschöpfung für die Region schaffen.

Werbung