Vorfreude auf einen Sommer voll mit Kultur. Planungen für Allegro Vivo, Geras klingt und Altenburger Musikakademie im Bezirk Horn voll im Laufen.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 24. Februar 2021 (03:47)
Das Orchester „Academia Allegro Vivo“ wird auch 2021 in der Stiftsbibliothek in Altenburg für Furore sorgen.
Dieter Schewig

Während Handel und körpernahe Dienstleister inzwischen wieder geöffnet haben, bleiben die Sitzplätze der Theater und Veranstaltungssäle weiterhin leer. Welche Pläne gibt es für das angelaufene Jahr trotz alledem im Kulturbereich und auf welche Veranstaltungen kann sich der Bezirk Horn freuen?

Allegro Vivo: Optimismus und tolles Programm. Die Planungen für das Allegro Vivo-Festival vom 6. August bis 19. September sind laut Geschäftsführer Nikolaus Straka voll im Laufen. Man sei optimistisch, unter Einbindung aller Präventionsmaßnahmen ähnlich wie im Vorjahr ein tolles Kultur-Erlebnis über die Bühne zu bringen. Daher wird vom Umfang auch ein „normales“ Festival – heuer unter dem Titel „Humoresque“ – mit 50 Konzerten an 23 Spielorten geplant. Besonders intensiv wird das Programm in der Festivalstadt Horn ausfallen, sagt Straka, vor allem im Freien. Wie im Vorjahr wird sich einiges im Arkadenhof des Kunsthauses tun. Der Kartenverkauf startet übrigens im Mai.

Eröffnung im Stift Altenburg. Wie gewohnt wird die Eröffnung des Festivals in der Stiftsbibliothek in Altenburg (8. August) über die Bühne gehen. Dabei wird es zur Uraufführung eines Konzertes für Violine, Kontrabass und Streichorchester von und mit Georg Breinschmid mit dem Allegro Vivo Kammerorchester kommen. Weitere bereits fixierte Highlights sind das Konzert „Humoresque“ mit dem humorvollen Klaviervirtuosen Hyung-ki Joo (14. August, 20 Uhr), das Galakonzert mit Nicholas Ofczarek (21. August, 20 Uhr) und „Spielwitz“ mit dem Ensemble Amarcord (28. August, 20 Uhr), jeweils im Arkadenhof des Kunsthauses. Die beliebten Formate „Moonlight Serenade“ im Horner Freibad und „Openspace“ in der Horner Fußgängerzone, Pfarrgasse, werden wieder bespielt. Zusätzlich finden Konzerte in der Georgskirche, dem Vereinshaus und im Campus Horn statt.

Sommerakademie mit 300 Teilnehmern. Mit Rücksicht auf die aktuelle Situation wird es im Rahmen der Allegro Vivo-Sommerakademie heuer 50 Kurse und Workshops geben. Straka rechnet mit rund 300 Teilnehmern, 2019 waren es noch 500 gewesen. Angesichts von Reisebeschränkungen seien 300 Teilnehmer aus aller Welt aber „sensationell“. Man sei nicht nur mit den Dozenten und Künstlern in permanenter Abstimmung, sondern auch mit der Horner Beherbergungsbranche. Auch mit der Stadtgemeinde werde man dann – in Rücksichtnahme auf die aktuelle Situation – etwa auch hinsichtlich Testungen zusammenarbeiten.

AMA: Erfahrungen aus 2020 mitgenommen. Ähnlich zum Ablauf im Vorjahr wird auch die aktuelle Auflage der Altenburger Musikakademie (AMA, heuer von 11. bis 25. Juli) geplant. Die Hoffnung, heuer auch Orchesterkonzerte durchführen zu können, sei laut Pressesprecherin Kathi Einenkel groß: „Wir befinden uns am gleichen Punkt wie 2020 und wissen nicht, wie sich die Pandemie auf unsere Akademie auswirken wird. Aber wir denken positiv und gehen mit guten Erfahrungen aus 2020 in die Saisonplanung“, sagt sie. Die Konzerte sollen dank des Entgegenkommens von Stift Altenburg wieder in der Bibliothek stattfinden, um die Abstandsregeln einhalten zu können. Die Dozentenriege ist mit Kammersängerin Gabriele Fontana und Kammersänger Robert Holl (Gesang), Margit Fussi (Liedbegleitung), Mirjam Schröder (Harfe), Judith Velisek (Orgel & Klavier), Heinz Wallisch (Gitarre), Min Kwon (Klavier & Solo & Orchester), Mieke Stoel (Feldenkrais) und dem künstlerischen Leiter Robert Lehrbaumer (Klavier, Orgel, Solo & Orchester) wieder prominent besetzt.

Schwerpunkt auf Alexander Zemlinsky. Die AMA nimmt den 150. Geburtstag des Komponisten Alexander Zemlinsky zum Anlass, um in den Kursen und Konzerten dessen Werk aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Eine Ausstellung führt das Leben und Werk des Meisters buchstäblich vor Augen, der den Bereich der spätromantischen Tonalitat (im Gegensatz zu seinem Berufskollegen und Schwager Arnold Schonberg) nie verlassen hat.

Neben dem Eröffnungskonzert am 11. Juli wird es auch ein „Geburtstagskonzert“ rund um die musikalischen Jubilare des Jahres 2021 (100. Todestag von Camille Saint-Saëns, 150. Geburtstag von Alexander Zemlinsky) geben, aber auch Wolfgang Amadeus Mozart wird auf dem Programm stehen.

Geras klingt: Saisonstart im Juni? Auf ein „Feuerwerk“ zum 10-Jahr-Jubiläum von „Geras klingt“ hofft Gerlinde Hofbauer. „Ich hoffe, dass wir es schaffen, nicht wieder mit zahlreichen Absagen reagieren zu müssen“, sagt sie. Im Juni soll mit dem Konzert von Gitarristin Zsófia Boros und Fagottist Benedikt Dinkhauser der Auftakt erfolgen. Neben dem für September geplanten Auftritt von Karl-Heinz Schütz, Flötist der Wiener Philharmoniker, ist der Auftritt von Staatsopern-Bassist Adrian Eröd und Alexandra Reinprecht (Sopran) ein weiteres Highlight. Auch das Aurum-Saxofon-Quartett hat sich angekündigt.

Mondscheinkino geht in 25. Runde. Romantik pur erlebt man beim einzigartigen Kino-Open Air mit mittelalterlichem Flair in Eggenburg – heuer übrigens die 25. Auflage – von 22. Juli bis 25. August. Kinobegeisterte dürfen sich auf europäische Filmkultur, Kinoneuheiten und einen Mix aus den verschiedensten Filmgenres freuen. „Sternenhimmel und Mondschein sind schon reserviert“, meint „Mister Mondscheinkino“ Andreas Zeugswetter.