Eggenburg: Das „Haus Said“ schließt. Aufgrund des nachlassenden Bedarfs und sinkender Asylzahlen wird das Quartier im Lindenhof schon ab dieser Woche nicht mehr gebraucht.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 18. April 2018 (05:52)
privat
Bis zu 45 unbegleitete jugendliche Flüchtlinge waren im „Haus Said“ im Eggenburger Lindenhof untergebracht. In dieser Woche ziehen auch die letzten vier verbliebenen Flüchtlinge aus der Unterkunft der Caritas-Wien aus.

Früher als erwartet schließt das Haus Said in Eggenburg seine Pforten: Schon diese Woche ziehen die letzten vier Bewohner der von der Caritas der Erzdiözese Wien betreuten Flüchtlingsunterkunft aus, wie Caritas-Wien-Geschäftsführer Klaus Schwertner der NÖN erzählt.

Noch zu Jahresbeginn war man davon ausgegangen, dass die Unterkunft erst im Juni geschlossen wird. Zu Spitzenzeiten hatten im Eggenburger Lindenhof, in dem das Haus Said seit Herbst 2015 untergebracht war, bis zu 45 unbegleitete Jugendliche eine Unterkunft gefunden.

Als Grund für die verfrühte Schließung nannte Schwertner die generelle Entspannung im Asylwesen. Waren 2015 noch mehr als 80.000 Asylanträge in Österreich gestellt worden, waren es 2017 nur noch 24.000. Die Caritas-Wien habe daher bereits 13 ihrer Quartiere (mehr als die Hälfte) und alle Notquartiere geschlossen.

Caritas zieht zum Ende positive Bilanz

Zum Abschied zieht Schwertner eine positive Bilanz: „Eggenburg ist ein positives Beispiel, das zeigt, wie Integration funktionieren kann“, streut er sowohl der Gemeinde, als auch dem Verein und den Freiwilligen rund um Christine Schneider-Heinz Rosen. „Gerade das Ehepaar Heinz hat mobilisiert, vermittelt und organisiert. Wie das in Eggenburg funktioniert hat, war top. Da kann man sich nur immer wieder bedanken. Eggenburg ist eine Vorbildgemeinde der Hilfe“, meint Schwertner.

Besonders hervorzuheben sei, wie gut es den Freiwilligen in Zusammenarbeit mit Gemeinde und Behörden gelungen sei, Deutschkurse zu organisieren, Lösungen für Wohnraum zu finden, bei der Suche nach Lehrstellen oder beim Schulbesuch zu helfen.

In der Vorwoche gab es bei einer Abschiedsfeier für die Jugendlichen noch einmal die Möglichkeit, für die geleistete Hilfe zu danken. Viele von ihnen sind weiter in der Region in privaten Quartieren untergebracht, der Kontakt zu den Freiwilligen wird daher nicht zwangsläufig abreißen. Schwertner geht davon aus, dass sie auch weiterhin von den Freiwilligen, aber auch von der Caritas-St. Pölten, optimal in ihren neuen Quartieren betreut werden.