Freiheitliche: Hallenbad für Horn "ist machbar". Blaue wollen weiter ein Hallenbad für Horn. Variante in Modul-Bauweise soll lediglich knappe 4 Mio. Euro kosten. ÖVP, SPÖ & Grüne skeptisch.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 13. Januar 2020 (12:36)
Gemeinsam mit dem designierten FPÖ-Bundesgeschäftsführer Michael Schnedlitz (Mitte) präsentierten die beiden Horner FP-Kandidaten Klemens Kofler (links) und Ronald Zöchmeister (rechts) die Pläne für ein mögliches Hallenbad für Horn.
Thomas Weikertschläger

Und täglich grüßt das Murmeltier: Auch vor der anstehenden Gemeinderatswahl bringt die Horner FPÖ das Thema „Hallenbad für Horn“ aufs Tapet – und stößt damit bei den übrigen Parteien auf Unverständnis.

Das „Aus“ für das Hallenbad in Horn kam im Jahr 2006, nachdem das Anfang der 1970er-Jahre errichtete Bad in der Kieselbreitengasse (am Areal des heutigen Stephansheimes) in den 32 Jahren seines Betriebes immerhin 1,5 Mio. Gäste gezählt hatte. An diese Zeit will die FPÖ wieder anschließen – und präsentierte dazu am 13. Jänner ein Konzept über Ausstattung und Finanzierung eines möglichen Bades.

Dazu hatten die Horner Freiheitlichen den designierten Geschäftsführer der Bundespartei, Michael Schnedlitz, nach Horn geladen. Der ist auch Vizebürgermeister von Wiener Neustadt, dort gelinge es, nachdem man die Gästezahlen im Bad in den vergangenen drei Jahren von 250-000 auf 300.000 steigern hatte können, kostendeckend zu agieren. Das Konzept des Wiener Neustädter Bades solle daher – in entsprechenden Dimensionen – auch in Horn umgesetzt werden.

„Man sieht bei diesen Zahlen also, dass so ein Bad für eine Bezirkshauptstadt wie Horn machbar wäre.“ FP-Spitzenkandidat Klemens Kofler zur Finanzierbarkeit

Den Freiheitlichen schwebt ein Bau in Modulbauweise vor. Das Bad solle nicht ein „Wellness-Tempel“ werden, sondern in erster Linie auf die Schulen und Gästen, die auf Sport und Gesundheit setzen, ausgerichtet sein. Neben einem 10x25-Meter großen Sport- und Gesundheitsbecken soll ein 70m2 großes Lehrbecken, etwa für Baby- oder Kleinkindschwimmkurse errichtet werden.

Im Sinne der Kosteneffizienz wolle man im neuen Bad auf die Digitalisierung setzen. So können sich die Blauen die Gestaltung des Kassabereichs so vorstellen, dass ein Großteil automatisiert – etwa über Handy-Apps – abgewickelt werden kann. Dadurch wäre es auch „Frühschimmern“, die gerne vor der Arbeit eine Runde im Becken drehen, möglich, ins Bad zu kommen.

Ein Buffetbereich könne wie in Wiener Neustadt in Form eines Holzkubus im Anschluss an das Bad errichtet werden – für lediglich 60.000 Euro, auch eine Lösung mit Getränke-Automaten könne man sich vorstellen. Neben einer Technikzeile, Garderoben- und Sanitärbereich sei der Keller mit Ausgleichsbecken, Spülbecken, Rückhaltebecken und Filteranlagen der kostenintensivste Bereich des Bades, führte Schnedlitz aus.

ÖVP, SPÖ & Grüne einig: „Derzeit nicht machbar“

Für dieses Projekt rechnen die Freiheitlichen mit Kosten von etwa 3,6 Mio. Euro. Ein zusätzlicher Saunabereich (mit zwei Saunakammern und einem Dampfbad) würde zusätzliche Kosten von 150.000 Euro verursachen. „In Wiener Neustadt bringt der Saunabereich aber 30 Prozent des Umsatzes. Das würde sich also definitiv bei den Einnahmen lohnen“, meinte Schnedlitz. Vorstellbar sei es auch, das Bad um einen Außenbereich (inklusive 1.000m2 Wasserfläche, Sprungturm und Rutsche) um eine Million Euro zu erweitern.

Die jährlichen Betriebskosten würden laut Berechnungen bei 150.000 bis 180.000 Euro – je nach Öffnungszeiten – liegen. „Man sieht bei diesen Zahlen also, dass so ein Bad für eine Bezirkshauptstadt wie Horn machbar wäre“, sagte FP-Spitzenkandidat Klemens Kofler.

Einen möglichen Standort für das Bad haben die Blauen auch im Auge, es sei aber noch zu früh, ihn zu nennen. Und: „Gebaut ist so ein Werkl in einem halben Jahr“, sagte Schnedlitz.

Als „populistisch und durchschaubar“ bezeichnet Bürgermeister Jürgen Maier (ÖVP) den erneuten FP-Vorstoß. Vor der Wahl verspreche die FPÖ wieder einmal alles. „Aber sie sagt nicht, wo sie das Hallenbad haben will. Sie sagt nicht, wie man es finanzieren soll und wer das tun soll. Das ist populistisch, so wie die FPÖ eben ist“, ärgerte sich Maier. Er habe selbst zwei Kinder. Auch er wünsche sich ein Hallenbad.

Aber: „Ich schenke den Hornern reinen Wein ein“, sagte Maier zur Frage der Finanzierbarkeit eines solchen Projektes. Derzeit sei ein Hallenbad einfach nicht machbar. Und, so Maier: „Ich fahre die Stadt Horn nicht wegen eines Hallenbades gegen die Wand.“

Stadtrat Marco Stepan (SPÖ) sieht die Sache ähnlich wie Maier. Abgesehen davon, dass schon der Bau eines Bades derzeit nicht finanzierbar sei, würde ein Hallenbad – wie es in Gemeinden mit Hallenbad laufend passiert – einen jährlichen Abgang verursachen, den sich die Stadt derzeit nicht leisten könne. Auch Grünen-Spitzenkandiat Walter Kogler-Strommer hält die Diskussion um ein Bad voe der Wahl für wenig sinnvoll. „Auch wenn die Horner gerne ein Bad hätten: Derzeit ist das nicht machbar“, sagt er.

Was Maier noch kritisiert: „Die FPÖ fünf Jahre Zeit gehabt, einen Antrag dazu im Gemeinderat einzubringen. Es gab aber nicht einmal eine Wortmeldung dazu.“ Jetzt vor der Wahl sei die Forderung nach dem Bad ein „Schmäh, den ohnehin keiner glaube“.