FPÖ erreichte knapp Platz 2!. Bezirk Horn | ÖVP behielt absolute Mehrheit. Wahlbeteiligung sank gegenüber 2009 um 8,3 Prozentpunkte.

Von Martin Kalchhauser und Rupert Kornell. Erstellt am 27. Mai 2014 (11:29)
NOEN, Martin Kalchhauser
Freuen sich über Zugewinne in ihren Gemeinden: Langaus Bürgermeister Franz Linsbauer (links) und sein Straninger Amtskollege Albert Holluger mit Maria van Dyck, die in der ÖVP-Bezirksgeschäftsstelle souverän die Flut an hereinkommenden Resultaten in die richtigen Bahnen lenkte. Foto: Martin Kalchhauser
Neben dem Nachbarbezirk Zwettl war Horn die einzige Region in ganz Österreich, in der die ÖVP eine absolute Mehrheit einfahren konnte. Mit 50 Prozent wurde der erste Platz trotz zwei Prozent Verluste souverän verteidigt. Die SPÖ verlor leicht, wurde aber von der FPÖ um zwölf Stimmen knapp überholt. Freuen dürfen sich über das Resultat auch die Grünen und die NEOS.

„Das war zum Glück nicht einmal ein ,blaues Auge‘. Ich hatte mit einem größeren Verlust gerechnet.“
ÖVP-Bezirksobmann Jürgen Maier

Wenn sie auch deutlich über dem Bundesschnitt liegt, so gibt die Wahlbeteiligung doch zu denken. Sie sank gegenüber 2009 um 8,3 auf 55,4 %. In Horn und Eggenburg nützte nicht einmal mehr jeder zweite Wähler sein Recht …

Nicht einmal von einem „blauen Auge“ will ÖVP-Bezirksobmann Jürgen Maier sprechen: „Wir haben im Bezirk 1,7 Prozent verloren, das schmerzt mich nicht dramatisch. Wir haben 50 Prozent – auf diesem hohen Niveau ist klar: Von wem soll denn was weggehen, wenn nicht von uns?“

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Er habe mit einem größeren Minus gerechnet. Von den Ergebnissen freut ihn natürlich das große Plus in Langau am meisten: „Das kann man sicher daran festmachen, dass durch die Nominierung für den Europäischen Dorferneuerungspreis eine positive Grundstimmung geherrscht hat.“

Wiesinger: „Stimmen für Blau sind verlorene!“

„Ich bin positiv überrascht, dass wir unser Ergebnis der letzten EU-Wahl fast gehalten haben, mehr durften wir nicht erwarten“, bilanziert Josef Wiesinger, der Vorsitzende der SPÖ im Bezirk Horn. „Leider hat die FPÖ die Wahl zu einer Abrechnung mit unserer Regierung gemacht und das ganze Protestpotential der früheren Martin-Wähler abgesaugt. Daher der minimale Vorsprung bei uns im Bezirk.“

Jede Stimme für die Blauen sei, so Wiesinger, eine verlorene, denn die Blauen stünden im EU-Parlament ganz allein da und könnten daher auch nichts bewegen.

Konsequenzen im Hinblick auf die Gemeinderatswahl, die für ihn Persönlichkeitswahlen sind, kann er sich nicht vorstellen: „Das heutige Ergebnis macht mir keine Sorgen, es lässt diesbezüglich keine Voraussagen zu, das sind ja zwei ganz verschiedene Wahlen“.

Schwung in Gemeinderatswahlkampf 2015 mitnehmen

„Ich bin sehr zufrieden, denn unser ,Modell Europa‘ ist angenommen worden“, frohlockt FPÖ-Bezirkschef Klemens Kofler. Platz zwei macht ihn besonders glücklich: „Da bin ich teilweise sogar sehr positiv überrascht worden.“

Die Wahl sei eine Denkzettel-Wahl gewesen, aber „ein Denkzettel für Europa“. Den Schwung werde man in den Gemeinderatswahlkampf im Frühjahr 2015 mitnehmen. „Da wird es ganz sicher wieder aufwärts gehen!“

Freude gibt es auch bei Grünen-Bezirkssprecherin Christa Eckhard. „Wir sind auf über 1.000 Stimmen gekommen – und der Zugewinn in Eggenburg ist besonders toll!“

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