Als „Erntehelfer“ in Griechenland aktiv

Georgia Kazantzidu, die vor 33 Jahren von Saloniki nach Gars gekommen ist, flog mit ihrer Freundin Martina Falk nach Griechenland, um auf ihrem Anwesen Oliven zu ernten.

Erstellt am 18. November 2021 | 06:23

Für die eine war es Routine, für die andere eine Premiere: NÖN-Mitarbeiterin Georgia Kazantzidu aus Zitternberg und Martina Falk aus Thunau verbrachten eine Woche in Griechenland, um Oliven zu ernten.

„Vor 33 Jahren, nach der Matura, bin ich von Griechenland nach Österreich gekommen“, erzählt Kazantzidu. „In Platamon, rund hundert Straßenkilometer südlich der Stadt Thessaloniki und etwa 30 km Luftlinie vom Berg Olymp entfernt, dem Sitz der altgriechischen Götter, hatten meine Eltern ein kleines Anwesen, das ich geerbt habe und wo ich immer meinen Urlaub verbringe.“

Damit setzt sie die Tradition – allerdings zeitlich begrenzt – fort. Denn die Familie fuhr jede Woche in ihr Urlaubsdomizil, wo sie schon vor vielen Jahren an die 200 Olivenbäume der Sorte „Koroneikes“ gepflanzt haben, die zum Großteil heute noch stehen. Und die jetzt natürlich gepflegt werden müssen, was Arbeiter vor Ort erledigen. Zur Ernte kommt sie aber regelmäßig in ihre alte Heimat zurück.

„Ich bin mitgekommen, weil es mich interessiert hat“

Dieses Mal jedoch mit einer Freundin, mit Martina Falk aus Thunau, die zwar nicht zum ersten Mal in Griechenland ist, aber zum ersten Mal als „Erntehelferin“. Wie sie dazu gekommen ist? „Ich arbeite sehr gerne auch körperlich, als Tochter einer Landwirtsfamilie fällt mir das nicht schwer, und außerdem hat es mich interessiert, wie Oliven geerntet und verarbeitet werden“, erzählt sie.

Die Olivenernte selbst ist einigermaßen aufwändig, müssen die kleinen Früchte (Kazantzidu: „Mein Vater hat nur Bäume, die kleine Oliven tragen, gesetzt, die großen sind eher zum Essen geeignet.“) entweder von Hand geklaubt werden oder, wie das Bild rechts zeigt, mit Hilfe eines kleinen Rechens. Davor werden allerdings unter die Bäume Planen verlegt, damit keine Früchte verloren gehen. „In manchen Gegenden werden auch die Bäume geschüttelt und die Oliven fallen auf die Planen, aber da fallen nicht alle herunter“, weiß Kazantzidu, „daher machen wir das nicht.“

Die Ernte wird dann auf Planen geschüttet, wo die Oliven einige Tage liegen bleiben. Sonne macht ihnen nichts, ganz im Gegenteil, Regen hingegen schon. Kazantzidu: „Dann werden sie halt früher in die Säcke gefüllt.“ Diese werden dann zu einem darauf spezialisierten Betrieb gebracht, der die Oliven nach Auslese und Reinigung mit modernsten Maschinen automatisch presst.

Von der Presse kommt das Öl in Fässer, die dann verladen und – wie in diesem Fall – per Spedition nach Österreich gebracht werden, wo es nach entsprechender Ruhezeit in Flaschen abgefüllt wird. „Die Ernte war ganz gut“, zeigt sich Kazantzidu zufrieden, „es wurden rund 900 Kilo gepresst, das ergibt etwa 180 Liter Öl. Das verbrauchen wir zum Teil selbst, zum Teil schenken wir es Freunden.“

Freundlichkeit der Griechen war beeindruckend

Und welche Eindrücke hat Martina Falk in dieser Woche gewonnen? „Die Arbeit war gar nicht so leicht, hat aber großen Spaß gemacht. Am Ende des Tages sieht man, was man geleistet hat. Und das ist schon ein gutes Gefühl.“ Die Gegend hat sie sehr beeindruckt, die nahen Berge, die Küste, das Meer, alles sei wunderschön. Nur habe man zu wenig Freizeit gehabt, um bei Ausflügen die Region etwas zu erkunden.

Das könnte bei einem weiteren Besuch nachgeholt werden. „Ganz begeistert war ich von der Freundlichkeit der Leute, ich bin wie ein Familienmitglied aufgenommen worden.“