Biogen investiert 600.000 Euro. Das Rathaus, das Zeitbrücke-Museum, la pura und die beiden Reha-Häuser werden mit Fernwärme versorgt.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 02. Oktober 2020 (06:21)

„Wir werden sicher einiges einsparen können, aber wohl kaum eine sehr große Summe, doch dass nun auch das Rathaus an die Fernwärme angeschlossen wird, hat Signalwirkung“, betont Bürgermeister Martin Falk. „Wir unterstützen die heimische Landwirtschaft und sind wieder ein Stück unabhängiger von Öl oder Gas. Und schließlich liefern wir als Genossenschaftsmitglied auch Rohstoff aus den gemeindeeigenen Wäldern.“

Für wohlige Temperaturen im Winter und in den Übergangszeiten sorgt die im Jahr 2011 gegründete „Biogen Rohstoffgenossenschaft Gars am Kamp“, die zur Zeit im Ortszentrum das Fernwärmenetz ausbaut, angeschlossen werden neben dem Rathaus auch das Info-Büro (ehemals Post), das Ärztezentrum (ehemals Info-Büro an der Kamptalstraße), das Zeitbrücke-Museum, das Frauengesundheitsresort „la pura“, die beiden Reha-Einrichtungen und einige private Abnehmer.

Schon vor 30 Jahren auf Hackschnitzel gesetzt

„Eigentlich haben wir schon vor über 30 Jahren auf Hackschnitzel gesetzt“, erinnert sich der Maierscher Landwirt Karl Haimerl, der Gründer, Obmann und Geschäftsführer der Genossenschaft, die 50 Mitglieder, alles Waldbesitzer, umfasst, die 1.818 Geschäftsanteile halten. „Damals hatten wir allerdings kein Heizwerk, sondern haben das Material an verschiedene Kunden geliefert, darunter die Gartenbauschule Langenlois.“

Vor mittlerweile zehn Jahren hat man sich zum Bau des Heizwerks zwischen der Wiener und der Kotzendorfer Straße nahe der Firma Oberndorfer entschlossen. „Ursprünglich war es viel kleiner geplant, aber die Nachfrage hat unsere Erwartungen übertroffen“, so Haimerl. Im Laufe der Zeit wurden die Firmen Kiennast und Oberndorfer und andere Gewerbebetriebe angeschlossen, die Volks- und Sportmittelschule, die beiden Kindergärten in der Spitalgasse und Rainharterstraße, einige Wohnhausanlagen und private Gebäude.

Ein weiteres Standbein hat die Genossenschaft seit etlichen Jahren in Irnfritz, wo unter anderem die Volks- und Mittelschule, der Kindergarten und etliche weitere Gebäude mit umweltfreundlicher Energie versorgt werden. „Die Nachfrage ist sehr groß, wir mussten die Heizanlage bei der Schule heuer sogar erweitern“, freut sich Haimerl. In den letzten beiden Jahren wurden dort rund 800.000 Euro investiert.

In Gars wird man im Zentrum in den nächsten Wochen mit einigen Verkehrsbehinderungen rechnen müssen, weil die Versorgungsleitungen gebaut werden müssen. „Ich bitte um Verständnis dafür“, meint Falk, „aber es ist absolut zu begrüßen, dass das Netz ausgebaut wird.“ Auch in Gars ist die Investitionssumme der Biogen beachtlich, nämlich 600.000 Euro.

Beachtlich ist auch umweltrelevante Seite: Immerhin wurden durch die rund 10.000 m³ Hackschnitzel, die jährlich verheizt werden, rund tausend Tonnen CO 2 eingespart, durch den Ausbau weitere 300 Tonnen.