Falschparker schuf Problem bei Unfall. Rettungseinsatz nach Unfällen im Bad wäre leichter zu handhaben gewesen.

Erstellt am 08. September 2016 (07:22)
Rupert Kornell
Nur zwei Meter beträgt die Durchfahrtshöhe in der Badgasse – das ist für einen modernen Rettungswagen viel zu niedrig. Foto: Rupert Kornell

Groß war die Aufregung am letzten August-Sonntag, als mit dem Rettungsauto bzw. -hubschrauber zwei Buben nach Unfällen im Minutentakt aus dem Garser Erlebnisbad in die Landeskliniken Horn bzw. Krems abtransportiert wurden, sich aber schon wieder auf dem Weg der Besserung befinden.

Der Abtransport gestaltete sich schwierig, weil die Unterführung nur zwei Meter hoch ist und die zweite Zufahrt zum Bad nur über die Bahngeleise möglich ist. Dort gibt es allerdings seit einigen Jahren eine Absicherung in Form eines Zaunes mit Türen, damit die Gefahr, dass ein Badegast beim Übertreten der Geleise durch einen herannahenden Zug gefährdet sein könnte, hintangehalten wird.

Der Zufahrtsweg durch die Gartentüren war für die Sanitäter deswegen nicht möglich, weil ein Autofahrer mit dem Kennzeichen „KS …“ eben diese Zufahrt trotz eines deutlich angebrachten Hinweisschildes „Einfahrt freihalten!“ durch unüberlegtes Abstellen seines Fahrzeuges verhinderte.

Gegen Unvernunft ist kein Kraut gewachsen

„Wenn Leute derart unvernünftig sind, kann auch der Betreiber, die Marktgemeinde Gars, nichts ausrichten“, ärgert sich Badereferent Josef Wiesinger, der eine Anzeige gegen den Autolenker eingebracht hat.

Ein derartiger Verstoß ist für die Verantwortlichen im Bad kein Einzelfall, bisher konnte der betreffende Lenker aber immer durch eine Aufforderung per Lautsprecher dazu bewogen werden, mit seinem Auto wegzufahren. An diesem Sonntag, wo gut 1.100 Leute das Schönwetter zu einem Badbesuch nutzten, war der Parksünder allerdings nicht auszumachen. Kassierin Helga Zaiser und Bademeister Andreas Aigner hatten zu dieser Zeit außerdem mit ihren eigentlichen Aufgaben alle Hände voll zu tun.

Kornell
Für Badereferent Josef Wiesinger (rechts) und Bademeister Andreas Aigner ist – wie für die überwiegende Zahl der Parkplatzbenutzer – klar, dass die Zufahrt über die Geleise der Kamptalbahn zum Erlebnisbad freigehalten werden muss. Foto: Kornell

Das Prozedere, damit man von der Seite des vor einigen Jahren geschaffenen Parkplatzes beim Nirnsee-Gelände zum Bad gelangt, ist – und das gilt auch für Lieferanten – nicht ganz einfach: Zuerst muss der Bahnhof Horn telefonisch verständigt werden, der dann entsprechende Sicherungsmaßnahmen bis hin zum Anhalten eines Zuges trifft, danach darf der Bademeister die jeweils doppelt gesicherten Türen aufsperren. Schlüssel haben übrigens auch die Feuerwehren Gars und Thunau.

Nach der am Sonntag, 11. 9., zu Ende gehenden Badesaison wird Bilanz gezogen. „Und dabei wird sicher auch der Sicherheitsaspekt eine Rolle spielen“, so Wiesinger. „Eines muss klar sein: Gegen Missachtung der Vorschriften sind wir machtlos, auch eine Zug-gesteuerte Schrankenanlage wird wohl nicht kommen, die kostet an die 220.000 Euro.“ Was er sich vorstellen könnte, ist ein versperrbarer Schranken mit Gitter. Wiesinger: „Aber auch der hilft nicht gegen Dummheit …“