Firma Kiennast konnte 2020 alle 339 Mitarbeiter halten. Auch im wirtschaftlich schwierigen Jahr 2020 konnte das Handelshaus Kiennast in Gars alle 339 Mitarbeiter halten. Dieser Umstand und die Tatsache, dass im Lebensmitteleinzelhandel ein Umsatzplus von 1,3 Prozent erwirtschaftet hatte - insgesamt ging der Umsatz allerdings von 99,3 (2019) auf 89,2 Millionen Euro zurück (minus 10,1 Prozent) -, stimmt die beiden Geschäftsführer Julius und Alexander Kiennast optimistisch für 2021.

Von Red. Horn. Erstellt am 14. Januar 2021 (10:50)
Die beiden Geschäftsführer Julius (links) und Alexander Kiennast mussten für 2020 zwar ein Umsatzminus von 10,1 Prozent verschmerzen, konnten aber alle 339 Mitarbeiter halten.
Firma Kiennast

Das Jahr 2020 war gekennzeichnet von der Corona Pandemie, welches für das Handelshaus Kiennast gerade im Bereich Gastronomiebelieferung durch die Lock Downs und Schließungen starke Einbrüche mit sich gebracht hat.

Dank eines rasch eingesetzten Krisenmanagement-Teams konnte das Unternehmen sicher durch diese schwierige Zeit gesteuert werden. So wurde das Modell der Kurzarbeit im Betrieb implementiert, die Beschaffung von Hygieneartikeln wie Desinfektionsmittel und Masken organisiert, Corona Hygienemaßnahmen frühzeitig im gesamten Unternehmen eingeführt und der Warenabverkauf von schnell verderblichen Waren forciert. Auch in der Krise wurden viele Projekte umgesetzt und fortgeführt, damit Kiennast gestärkt in das neue Jahr gehen kann.

Nah&Frisch weiter auf gutem Weg

Im Bereich Lebensmitteleinzelhandel erzielte das Handelshaus einen Umsatz von 43,8 Mio. Euro (plus 1,3 %). Sehr erfreulich ist die Entwicklung im Bereich Nah&Frisch. Gerade im Jahr der Corona Pandemie und der Zeit der Lockdowns konnten sich die Nah&Frisch-Kaufleute einmal mehr als die wesentlichen Pfeiler der regionalen Nahversorgung profilieren. Trotz teilweise schwieriger Rahmenbedingungen in der Lockdown-Phase gab es insgesamt sechs Neueröffnungen (Röschitz, Mühlbach, Haitzendorf) und Nachbesetzungen (Gastern, Geras, Würmla) sowie drei Modernisierungen. Die Zusammenarbeit mit den Gemeinden funktioniert partnerschaftlich und sehr professionell. Julius Kiennast: „Wir wollen 2021 unseren erfolgreichen Weg konsequent fortsetzen, indem wir unsere Nah&Frisch-Standorte qualitativ weiterentwickeln und modernisieren.“ Umsatzreduktionen gab es Coronabedingt im Tankstellenbereich. Positiv entwickelt haben sich dagegen alle Stationen mit dem Nahversorgerkonzept „Nah&Frisch punkt“, die heuer ausgebaut werden sollen.

Einbruch in Gastronomie, Hotellerie

Im Bereich Gastronomie und Hotellerie musste die Gastro-Vertriebsschiene von Kiennast starke Umsatzeinbrüche hinnehmen. Durch den ersten Lock Down im Frühjahr und den nochmaligen Lock Down im Herbst/Winter weist Eurogast Kiennast und Eurogast Pilz&Kiennast von den Standorten Gars und Gmünd eine Umsatzreduktion von 21 % im Jahr 2020 auf – entspricht einem Umsatz von 36,7 Mio. Euro. Kiennast blickt trotz anhaltender Corona-Krise und der aktuellen Situation der geschlossenen Gastronomie und Hotellerie positiv in die Zukunft. „Wir nutzen die Zeit, um uns optimal auf den wiederholten Neustart und die Eröffnung der Gastronomie vorzubereiten“, ist Alexander Kiennast optimistisch gestimmt.

Im Kaufhaus Gars konnte Kiennast einen Umsatz von 8,7 Mio. Euro erwirtschaften. Der Nah&Frisch Supermarkt verzeichnete durch Fokus auf Regionalität und lokale Produzenten eine sehr starke Entwicklung, wohingegen die Mode-Abteilung und die Tankstelle aufgrund des Lockdowns deutliche Umsatzreduktionen hinnehmen mussten. Auch die Schließung der Let’s DOIT-Abteilung Ende 2019 macht sich in den Zahlen von 2020 bemerkbar. In Summe kann das Unternehmen mit den Abteilungen Supermarkt, Mode, Trafik und Tankstelle eine qualitative Nahversorgung in Gars anbieten und im Kaufhaus insgesamt 35 MitarbeiterInnen beschäftigen.

Fit für die Zukunft

Das Handelshaus Kiennast hat trotz dem sicherlich wirtschaftlich schwierigen Jahr die Zeit genutzt, um sich für die Zukunft fit zu machen, Investitionen in den unterschiedlichsten Bereichen konnten durchgeführt werden. Das Unternehmen ist durch eine positive Entwicklung der Jahre zuvor gut aufgestellt und konnte dadurch die geplanten Projekte erfolgreich weiterführen und umsetzen. Einer der wesentlichsten Projektgebiete ist der Bereich Digitalisierung. Hier wurden in den unterschiedlichsten Bereichen Investitionen getätigt, etwa im Fuhrpark, bei der Disposition, beim Online-Shop für Gastronomiekunden und mit der Best.Friend App.

Für 2021 sind Investitionen etwa in die Errichtung einer Photovoltaikanlage im Logistikzentrum und erstmals geht man im Bereich der Pkw-Flotte im heurigen Frühjahr in Richtung Elektro-Auto. Eine der wesentlichsten Zukunftsinvestitionen ist die Planung des zentralen Büro-Neubaus am Areal des Kiennast Logistikzentrums am Ortsrand von  Gars. 2021 führt Kiennast die Planung durch, 2022 wird der Bau eines modernen Bürokomplexes für bis zu 100 MitarbeiterInnen umgesetzt. Durch diesen Schritt will Kiennast auch für seine MitarbeiterInnen der Top Arbeitgeber in der Region sein.