Franz von Suppè bei Konzert im Fokus. Symposium und Konzert anlässlich des vor 200 Jahren geborenen Komponisten und Wahl-Garsers.

Von Gerhard Baumrucker. Erstellt am 10. Mai 2019 (04:56)

Der berühmte Komponist Franz von Suppè verbrachte 20 Jahre in Gars. Zu seinem 200. Geburtstag (*18. April 1819 in Split, Dalmatien; † 21. Mai 1895 in Wien) veranstaltete die Burg Gars GmbH ein Symposium über „Franz von Suppè und Bertha von Suttner – Die Waffen nieder“, moderiert vom Opernintendant Johannes Wildner, und ein Konzert.

Zunächst referierte Andreas Weigel über das Leben des Komponisten. Detailreich ging er auf die verschiedenen Schreibweisen Suppé/Suppè (letztere ist die richtige!) ein. Tenor des Referenten: „Was über ihn bekannt ist, ist eigentlich unbekannt.“ Inzwischen bringen intensive Forschungen viele Ungenauigkeiten von Suppè-Biographien ans Tageslicht, sodass nunmehr schon ein klareres Bild über Herkunft und Familienverhältnisse besteht. Weiteres Thema seines Vortrags war die wechselvolle Geschichte des Suppè-Nachlasses. Dessen größter Teil befindet sich in Wiener Museen, ein kleinerer Teil im Garser Zeitbrücke-Museum.

 „Was über Franz von Suppè bekannt ist, ist eigentlich unbekannt.“ Historiker Andreas Weigel

 „Franz von Suppè war ein Theatermann par excellence“, stellte Hans-Dieter Roser an den Beginn seines Referats. Er schilderte ausführlich dessen musikalische Ausbildung, gab einen Überblick über dessen Werke und den Erfolg der Operetten „Fatinitza“ und „Boccaccio“. Es war für Suppè nicht leicht, in Wien gegen die Übermacht des Franzosen Jacques Offenbach und der Strauß-Dynastie zu bestehen. Aber er schaffte es!

Auf Bertha von Suttners „Die Waffen nieder“ wurde nur kurz eingegangen. Dieses Chorwerk entstand über Vermittlung der Malerin Olga Wisinger-Florian, die beide miteinander bekannt machte. Johann Strauß hatte die Vertonung abgelehnt, sodass sie letzlich von Suppè kam. Johannes Wildner kommentierte: „Das Werk ist ein frommer Wunsch, der vor 150 Jahren formuliert wurde!“

 Auftakt mit Marsch „O du mein Österreich“

 Den zweiten Teil des Suppè-Abends leitete die Bürgermusikkapelle Gars ein, die im Hof den berühmten Marsch „O du mein Österreich“ intonierte. Im Festsaal ging es dann weiter. Der Gesang- und Musikverein Gars unter Ulrike Jordan sang „Die Waffen nieder“ und ein Männerquartett, begleitet von Andreas Wildner am Flügel, brachte sechs Lieder zu Gehör.

Dann griff Johannes Wildner zur Geige und brachte gemeinsam mit Ludovic Thilly ein eher skurriles Werk für zwei Violinen, „Grüße aus dem Süden an Ungarn“, zur Aufführung.

Den Abend beschlossen Pianist Andreas Wildner mit Franz Liszts „Funeraille“ und die vier Damen des Babenberger Akademie Quartetts mit Werken von Maurice Ravel und Ludwig van Beethoven. „Er hat den Boden bereitet, auf dem der Baum Suppè gewachsen ist“, stellte Johannes Wildner fest.

Fazit des Veranstaltungsreigens: Ein ebenso hochinteressanter wie unterhaltsamer Abend, der den Zuhörern Leben und Schaffen des berühmten Wahl-Garser nahebrachte.