Thomas Nichtawitz: „Die Kameradschaft war das Schönste!“

Erstellt am 07. August 2022 | 05:15
Lesezeit: 4 Min
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Die Urkunde der Ernennung zum Ehrenkommandanten überreichten Thomas Nichtawitz (Mitte) Franz Schiegl, Leiter des Verwaltungsdienstes, Daniel Krapfenbauer, 2. Kommandant-Stellvertreter, René Gigl, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Gars, und Kurt Grien, 1. Kommandant-Stellvertreter (von links).
Foto: Freiwillige Feuerwehr Gars
21 Jahre und sechs Monate war Thomas Nichtawitz Kommandant der Feuerwehr Gars. Auf Vorschlag von Nachfolger René Gigl wurde er zu deren Ehrenkommandanten ernannt.
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„Mit 28 Jahren wurde ich zum Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Gars gewählt und habe Verantwortung übernommen, einundzwanzigeinhalb Jahre habe ich diese Funktion mit Freuden ausgeübt, jetzt ziehe ich mich zurück, bleibe der Feuerwehr aber erhalten“, blickt Thomas Nichta witz auf seine „Amtszeit“ zurück. „Ich war immer sehr stolz darauf die Garser Wehr führen zu dürfen. Aber wenn man einen Mann wie René Gigl gleichsam in der Hinterhand hat, dann muss man ihm auch die Chance geben, sein Können und Wissen einzubringen.“

Wie die NÖN berichtete, wurde der 35-jährige Gigl anstelle des 50-jährigen Nichta-witz zum Kommandanten gewählt. Nach seiner Wahl schlug er vor, Ehrenbrandrat Thomas Nichta witz die höchste zu vergebende Ehrung zuzusprechen, nämlich die Ernennung zum Ehrenkommandanten. Was auch einstimmig geschah.

Nichtawitz hat 21 Jahre und sechs Monate die Funktion als Feuerwehrkommandant vorbildlich versehen. Seine Karriere als Führungskraft wurde von seinem Mentor und Vorgänger Albert Groiß schon früh erkannt. Seit 2001 führte er den neu gegründeten Abschnitt Gars als erster Abschnittsfeuerwehrkommandant und tat dies über 15 Jahre. Von 2016 bis 2021 war er Bezirksfeuerwehrkommandant-Stellvertreter.

Nicht in Stunden zu zählen ist seine Tätigkeit für die Wehr, für die er mehr als tausend Einsätze absolvierte. Dazu kommen natürlich noch Übungen, Fortbildungen, administrative und repräsentative Tätigkeiten und vieles mehr.

Prägendster Einsatz bei der Jahrtausendflut 2002

Welches sein prägendster Einsatz war? „Sicherlich das Jahrtausendhochwasser 2002“, ist seine prompte Antwort. „Wenn man als Garser sieht, wie es den Leuten, die man alle kennt, geht, was die mitmachen mussten, das war schon unfassbar.“ Aber diese Katastrophe hatte für ihn auch etwas Positives: „Der Zusammenhalt war einmalig, die Hilfe durch Feuerwehrkameraden aus dem In- und Ausland gewaltig.“ Wie er überhaupt die Kameradschaft bei der Feuerwehr schätzt: „Das ist das Schönste, da ist jeder Beruf, jede Altersgruppe vertreten, alle helfen zusammen.“

Stets in Erinnerung bleiben ihm auch der Flugzeugabsturz 2001 oder der Brand im Buhl-Areal 2007. Herausragend waren der Hochwassereinsatz in Rumänien 2005 oder der in Ischgl im gleichen Jahr, als die Schneeschmelze zu einer Katastrophe führte. Seine Expertise brachte er bei Übungen im Ausland ein, wie in Kroatien 2008 und im neuen Sonderdienst Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung mit Waldbrandausbildung in Portugal.

Bald mehr Zeit für die Familie und für Hobbys

Dass ihm die Ausbildung immer wichtig war, zeigt seine Tätigkeit als Hauptprüfer bei der Ausbildungsprüfung technischer Einsatz. Auch die Ausrüstung mit modernsten Geräten wie etwa dem multifunktionalen Wechselladefahrzeug 2003 war ihm ein großes Anliegen. 2009 wurde durch seine Initiative die Schadstoffgruppe des Bezirks Horn in der Feuerwehr Gars mit dem Wechselladefahrzeug 2 samt Schadstoffcontainer stationiert, zuletzt wurde im Jahr 2016 das HLF 3 angeschafft.

Für die Gründung der Feuerwehrjugend 2006 hat er mit Weitblick die Weichen gestellt. Der Bau eines neuen Feuerwehrhaus beschäftigt ihn bereits seit 2001, nun wird mit der Gemeinde die Umsetzung vorangetrieben.

Was er nun mit der vielen Freizeit machen wird? „Mehr Zeit für die Familie aufwenden, die Kinder brauchen ein Taxi zu Tennis- oder Fußballplätzen, und für Ausflüge sollte es sich auch ausgehen.“ Und was ist mit Hobbys? „Über 20 Jahre habe ich keine Zeit dafür gehabt, aber sie werden sich finden …“

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