Listen für Wahl sind im Bezirk Horn fixiert. Nur ÖVP tritt in allen 20 Gemeinden an, die SPÖ immerhin in 19, FPÖ schafft sechs Gemeinden.

Von Karin Widhalm und Thomas Weikertschläger. Erstellt am 24. Dezember 2019 (05:44)

Die Ausgangslage vor der Gemeinderatswahl ist seit voriger Woche endgültig klar: Die ÖVP stellt in allen 20 Gemeinden sowohl Bürgermeister als auch den Vize. Das Halten dieser klaren Vormachtstellung ist für Bezirksobmann Jürgen Maier auch das erklärte Ziel.

Dass die ÖVP die einzige Partei ist, die in allen Gemeinden antritt, sei für ihn Zeichen, dass sie die „Vor-Ort-Partei und für die Menschen da“ sei. Seit 2015 hält die ÖVP 264 Mandate im Bezirk: Es sei das Ziel, weitere Mandate – vor allem mit junge Kandidaten – zu gewinnen.

In zwei Gemeinden wir es fix neue Ortschefs geben: Franz Huber zieht sich nach 20 Jahren als Pernegger Bürgermeister zurück, Vizebürgermeister Andreas Nendwich will in seine Fußstapfen treten. In St. Bernhard-Frauenhofen will Gabriele Kernstock als Nachfolgerin von Josef Gundinger (seit 2017 Bürgermeister) nach Elisabeth Allram zweite Frau an der Gemeindespitze im Bezirk. Lange unsicher war das Antreten von Hermann Gruber in Irnfritz-Messern. Der 71-Jährige ist seit 1995 Bürgermeister seiner Heimatgemeinde.

Immerhin in 19 der 20 Gemeinden schaffte die SPÖ eine Kandidatur. Lediglich in Röhrenbach (hier war 2015 mit Ernst Gabriel erstmals der Einzug in den Gemeinderat möglich) reichte es diesmal nicht. Zwar habe es laut Bezirksvorsitzenden Josef Wiesinger einige Interessierte gegeben, letztendlich habe sie aber der Mut zur Kandidatur in der ÖVP-Hochburg verlassen.

Lange fraglich war, ob die SPÖ in Röschitz kandidieren wird; dort geht laut Wiesinger nun aber ein „völlig neues Team, das mit frischem Engagement an die Sache herangehen wird“ an den Start. Ansonsten hat die SPÖ in einigen Gemeinden (St. Bernhard-Frauenhofen, Meiseldorf, Brunn, Drosendorf, Japons) neue weibliche Spitzenkandidatinnen.

„Die haben auch ein entsprechendes Team hinter sich. Da bewegen wir uns in anderen Dimensionen als bisher“, sagt Wiesinger. Große Zugewinne erwartet er sich aufgrund der allgemeinen politischen Situation der SPÖ nicht, aber: „Wir haben uns schon für kommende Urnengänge gut aufgestellt, unsere jungen Leute sollen jetzt erste Erfahrungen sammeln.“

Die FPÖ ist in sechs Gemeinden vertreten, 2020 tritt sie mit Wahllisten in 13 Gemeinden an. Das habe sich auf Basis der Samstagsgespräche mit der FPÖ, die jeder Bürger nutzen kann, ergeben. „Ich glaube, es ist überall Oppositionsarbeit notwendig und das spüren die Leute auch“, so Klemens Kofler, FPÖ-Bezirkschef und Spitzenkandidat in Horn.

Dass in Röhrenbach nur die ÖVP kandidiert sei bitter. „Wir sind ganz knapp gescheitert, aber wir werden mit ziemlicher Sicherheit bei der nächsten Gemeinderatswahl vollflächig antreten“, ist er mehr als zuversichtlich. Einfach sei die Kandidatensuche dennoch nicht. „Es wird das ein oder andere Mal Druck ausgeübt“, erläutert Kofler. „Mir ist es selbst mal so ergangen“, berichtet Ronald Zöchmeister, der auf Platz zwei auf Horns FPÖ-Wahlliste zurückrückt. In einer Baufirma habe man ihm mitgeteilt, dass er aufgrund seiner FPÖ-Mitgliedschaft Probleme bekommen könnte.

„Ich würde nie jemanden diskriminieren, wenn jemand einer anderen Partei zugehörig ist“, ergänzt Kofler, der in allen 13 Gemeinden vertreten sein will. In Horn soll der Stadtrat verteidigt werden. „Das vierte Mandat wäre schön, aber das ist schon sehr optimistisch“, so Zöchmeister.

Die Grünen haben nur für Horn eine Wahlliste mit acht Kandidaten eingereicht (Seite 11). „Wir konzentrieren uns auf Horn“, will Bezirkssprecher Walter Kogler-Strommer dort das dritte Mandat erreichen.

Er erzählt, dass grundsätzlich Potenzial in größeren Gemeinden vorhanden wäre. Er zieht dafür das Ergebnis der Nationalratswahl im September heran, wo die Grünen in Eggenburg 8,36 und in Gars 9,87 Prozent erzielten. Er erzählt von Ängsten potenzieller Kandidaten, dass bei einem politischen Engagement für die Grünen eine Jobversetzung drohe. „Das wird immer weggeleugnet, aber es gibt Beispiele dafür“, kenne er einen Mann, der in ein Archiv versetzt wurde. „Das sind immer zwei paar Schuhe, was man spricht und wie man handelt.“

Einen Überblick über die Spitzenkandidaten aller Parteien findet ihr in der Printausgabe und im ePaper.

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