Raisdorfer investierten 2.300 Stunden in neues „Heim“. Ortsbevölkerung investierte 2.300 freiwillige Stunden in neues Feuerwehr- und Gemeinschaftshaus.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 14. Juni 2019 (05:40)
Thomas Weikertschläger
Bei der Gleichenfeier beim neuen Feuerwehr- und Gemeinschaftshaus in Raisdorf: Ortsvorsteher Gernot Hofbauer, Landesrat Ludwig Schleritzko, Kommandant Gerhard Kühtreiber, Bürgermeister Franz Huber und Andreas Krapfenbauer.

Fleißig arbeitet die Dorfbevölkerung im 140-Seelen-Ort Raisdorf an ihrem neuen Feuerwehr- und Gemeinschaftshaus: Schon 2.300 Arbeitsstunden haben Freiwillige in ihr neues Dorfzentrum investiert. Am 4. Juli wurde nun die Gleichenfeier abgehalten.

Errichtet wird das neue Gebäude auf einem Areal, das schon länger der Feuerwehr gehört und auf dem früher das Milchhaus, und vor der Gemeindezusammenlegung die Gemeindekanzlei untergebracht war.

„Die Arbeiter werden auf der Baustelle auch toll mit Essen versorgt – daher nehmen sie sogar beim Arbeiten zu.“Bürgermeister Franz Huber

Da das alte Feuerwehrhaus bereits an seine räumlichen Grenzen gestoßen war und man besonders für die Unterbringung der Feuerwehrautos – die Wehr denkt die Anschaffung eines neuen Hilfeleistungsfahrzeugs (HLF) I an – neue Möglichkeiten brauchte, wurde entschieden, den Neubau zu starten. Nachdem das alte Gebäude abgerissen wurde, entstand noch im vergangenen Herbst die Bodenplatte. Durch den Einsatz der Freiwilligen wurde nun seit einigen Wochen in Kooperation mit Firmen aus der Region der Rohbau des Gebäudes fertig gestellt.

„Jetzt folgt noch die Isolierung, dann werden die Zwischenwände aufgestellt. Im Juli soll das Gebäude innen verputzt werden, danach folgt im Herbst der Estrich“, erzählt Kommandant Gerhard Kühtreiber. Nach den finalen Innenarbeiten, die im Winter durchgeführt werden sollen, wird das Haus im kommenden Frühjahr dann auch außen verputzt werden.

Land trägt 120.000 Euro zu den Kosten bei

Erhalten bleiben übrigens die mehrere Jahrzehnte alten Malereien an den Wänden des Milchhauses. Sie wurden fotografiert und sollen auf Alu-Platten auch im neuen Haus wieder einen Platz finden.

Die Kosten für das Projekt werden die angepeilte 280.000 Euro-Marke nicht überschreiten, wie Bürgermeister Franz Huber auch Landesrat Ludwig Schleritzko versprach. Denn das Land steuert 120.000 Euro zum Projekt bei, den Rest der Kosten trägt die Gemeinde. Damit dieses Versprechen auch gehalten werden kann, wird die Dorfgemeinschaft noch weitere rund 1.700 freiwillige Stunden aufbringen. Huber bedankte sich für „diesen enormen persönlichen Einsatz“ und kommentierte den Zusammenhalt der Raisdorfer Bevölkerung mit einem Augenzwinkern: „Es gibt sogar eine Liste, auf der verzeichnet ist, wer an den Samstagen für die kulinarische Verpflegung der Arbeiter zuständig ist. Darum nehmen die Arbeiter bei uns auf der Baustelle sogar zu.“

Landesrat Schleritzko, der meinte, dass Niederösterreich das „Land der Freiwilligen“ sei, bezeichnete die Feuerwehren als „Rückgrat dieses Freiwilligenwesens“. Es sei positiv, dass dieses neue Haus aus einem Wunsch aus der Ortschaft gewachsen sei und nun dem Dorfleben neuen Schwung geben wird.

Denn das Gebäude soll auch für kleine Feste genutzt werden, aber auch als Wahllokal dienen. Die „Feuertaufe“ in dieser Hinsicht hat das neue Gebäude bereits bei der EU-Wahl Ende Mai erlebt.

Das alte Feuerwehrhaus soll übrigens weiterhin einerseits als Lager für die Feuerwehr dienen, aber auch einen Vorkühlraum, den die Dorfbevölkerung nützen kann, erhalten.