Geldstrafe für Todeslenker nach Raufhandel auf B4. Raufhandel mitten auf Fahrbahn der B4: Lenker aus Eggenburg war zu schnell und fuhr zwei der Streithähne an. Ein Weinviertler wurde schwer verletzt, einer verstarb im Spital.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 28. Dezember 2018 (05:04)
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Der Eggenburger Todeslenker (li.) zeigte keinerlei Schuldeinsicht. Er räumte nur ein: „Mein Fehler war, sie zu spät gesehen zu haben.“ Richter Franz Furtner (re.) fällte über den Unglückslenker und den Stiefvater des Verstorbenen Schuldsprüche. Die Urteile sind nicht rechtskräftig. Fotos: Hahslinger/NÖN

Auf der Donauuferautobahn bei Korneuburg lieferten sich zwei BMW-Fahrer ein Duell. Nach unfreundlichen und obszönen Gesten, mehreren Überhol- und Ausbremsmanövern verließen die beiden Fahrer die Autobahn bei Stockerau und stoppten auf einer Abbiegespur der B4 Richtung Goldgeben.

Die jeweiligen Lenker und Insassen sprangen aus den Fahrzeugen und lieferten sich auf der Fahrbahn ein handfestes Gerangel. Dabei kamen zwei Kontrahenten, ein 24-Jähriger aus dem Bezirk Hollabrunn und ein Leobendorfer (18), auf die Gegenfahrbahn. Die beiden wurden dann von einem Fahrzeug, das in Richtung Stockerau fuhr, frontal erfasst. Der 18-Jährige erlitt Prellungen und zahlreiche Knochenbrüche, der 24-jährige Weinviertler erlag im Krankenhaus den schweren Verletzungen.

Der Todeslenker (52) aus Eggenburg zeigte vor Gericht keinerlei Schuldeinsicht. Er räumte lediglich ein: „Mein Fehler war, sie zu spät gesehen zu haben. Das war, wie wenn plötzlich ein Hase auf der Straße ist.“

„Sie haben trotz Warnblickanlagen ihr Tempo nicht verringert. Sie waren zu schnell“, entgegnete der Richter. Worauf der Eggenburger aufgebracht beteuerte: „Die waren nicht eingeschaltet.“

„Alle anderen sahen aber die Lichter“, entgegnete der Richter, und er verhängte über den Eggenburger wegen fahrlässiger Tötung eine teilbedingte Geldstrafe: 7.500 , die Hälfte davon auf Bewährung. Der Stiefvater des verstorbenen 24-Jährigen, der auf den verletzten Leobendorfer noch eingetreten hat, wurde zu 4.500 Geldstrafe verurteilt. Dem Leobendorfer wurde die beteuerte Notwehr geglaubt, und er ging frei.