Liebesdame brachte Waldviertler Bauer um 118.750 €. Auf die rührseligen Mitleidsgeschichten einer Prostituierten fiel Waldviertler (45) herein: Geld weg, ungarische Schönheit im Knast.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 10. November 2020 (10:56)
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„Mein geschiedener Mann hat mir nur Schulden hinterlassen, die ich jetzt bezahlen muss. Es blieb mir keine andere Möglichkeit, als arbeiten zu gehen, um für meine Familie aufzukommen und die Schulden abzustottern“, schildert die dreifache Mutter (36) aus Ungarn vor Gericht.

Arbeit habe sie im Bezirk Horn, in einem Bordell in Rosenburg gefunden und dort habe sie auch den netten Waldviertler kennengelernt. Sie habe ihm von ihren Nöten erzählt, und er habe ihr sofort Hilfe mit Geldbeträgen angeboten: „Es war zwar im Detail nicht ausgemacht, aber ich wollte ihm das Geld zurückzahlen, später einmal“, beteuert sie vor Gericht.

Die Frau habe ihm leidgetan, als sie von missglückten Hausverkäufen, der verstorbenen Mutter und den anstehenden Begräbniskosten erzählte, und da habe er ihr halt ausgeholfen, erzählte der Geldgeber (45) aus dem Bezirk Zwettl im Zeugenstand. Nach mehreren persönlichen Geldübergaben (unter anderem in Rosenburg, Gutenbrunn, St. Pölten, Nickelsdorf und Wien) begann der Waldviertler nach dem Lockdown wegen der Pandemie der Ungarin sogar Geld zu überweisen. Insgesamt strich die Ungarin 118.750 ein, und ließ beim Bauern nichts mehr von sich hören. Alarmiert, erstattete das Opfer Anzeige.

Die bislang unbescholtene Ungarin wurde wegen Betruges zu 20 Monaten, davon muss sie drei hinter Gittern absitzen, verurteilt. Weiter muss sie das ergaunerte Geld zurückzahlen.