Röhrenbacher Gemeindechef: „Investiere in der Krise“. Röhrenbacher Gemeindechef Gernot Hainzl kündigt für 2021 große Projekte an. So steht auch Sanierung der Spitalskirche an.

Von Georgia Kazantzidu. Erstellt am 28. Februar 2021 (03:54)
Steht mit der Gemeinde Röhrenbach vor interessanten Projekten: Bürgermeister Gernot Hainzl.
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NÖN: Herr Bürgermeister, das „Corona-Jahr“ 2020 ist Geschichte. Wenn Sie darauf zurückblicken, was das Jahr für die Gemeinde Röhrenbach gebracht hat, wie fällt dann Ihre Bilanz aus?

Gernot Hainzl: Was unsere Projekte und Vorhaben betrifft, hatten wir bei der Abwicklung keine Probleme. Die sinkenden Ertragsanteile im Laufe des Jahres haben den finanziellen Spielraum zwar eingeengt, wir konnten aber alle Vorhaben ausfinanzieren. Auch im Bürgerservice gibt es durch die klaren Hygienemaßnahmen kein Problem und auch keine Qualitätseinbußen. Alle Anliegen der Bürger und Bürgerinnen konnten wie gehabt professionell erfüllt werden.

Eingeschränkt war aber das öffentliche Leben. Wie hat sich das ausgewirkt?

Hainzl: Wir konnten gemeinsam mit der Familie Kuefstein im Schloss Greillenstein zumindest die „Gartenlust“ im Sommer erfolgreich umsetzen. Alle anderen Feiern und Treffen fehlen natürlich. Der persönliche Kontakt bei Besprechungen fehlt enorm.

Das heißt, dass auch im Bürgermeister-Leben kein Stein auf dem anderen blieb?

Hainzl: Die persönlichen Kontakte bei Besprechungen, Vereinstreffen, Feierlichkeiten fallen weg. Videokonferenzen sind zwar ein adäquates Mittel, um Informationen weiterzugeben, ersetzen aber nicht zu 100 Prozent die persönlichen Meetings. Der Wegfall von Reisetätigkeiten ist dabei natürlich von Vorteil, wiegt aber den Nachteil der persönlichen Treffen nicht auf.

Wie hat sich die Krise auf die Vorhaben der Gemeinde ausgewirkt?

Hainzl: Wir haben unsere Vorhaben im Jahr 2020 gut bewältigen können. Für das Jahr 2021 gehen wir nach dem Motto „Investiere in der Krise!“ vor. Hier macht sich unsere gemeinsame sparsame und vorsichtige Gebarung nach dem Motto „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not“ bezahlt. Die Gemeinde Röhrenbach ist schuldenfrei und kann auf Rücklagen zurückgreifen, die wir in den vergangenen Jahren aufgebaut haben. Wir wollen außerordentliche Projekte in der Höhe von ca. 1 Mio. Euro umsetzen, was wir in dieser Dimension – außer beim Kanal- und Wasserleitungsbau – noch nie hatten.

Welche Projekte sind da konkret geplant?

Hainzl: Mir ist wichtig – und das ganz besonders gemeinsam mit den Entscheidungsorganen Gemeindevorstand und Gemeinderat, dass wir das, was wir uns gemeinsam vorgenommen haben, auch umsetzen. Wir haben ein einzigartiges kulturelles Projekt mit der Rettung und Sanierung der Spitalskirche Röhrenbach mit einzigartigen Paul-Troger-Fresken am Radar. Infrastrukturelle Maßnahmen wie Straßen- und Wegebau, Sanierung der Regenwasserkanäle und ganz besonders der Breitbandausbau werden verstärkt umgesetzt. Wir wollen nach Wegfall der coranabedingten Einschränkungen des täglichen Lebens ganz stark als Veranstalter auftreten. Vereinsempfang statt Neujahrsempfang, Gartenlust, Lange Nacht der Jagd und Tracht, Music Nights, Dorfspiele sollen uns wieder ins gemeinsame Miteinander bringen.

In Krisen muss man auch immer Chancen sehen. Was hat 2020 Positives gebracht?

Hainzl: Bei uns wurde etwa das Teambuilding im Gemeindeamt verstärkt. Wir haben viel darüber geredet, welche Maßnahmen zu setzen sind – allein durch diese vermehrten Gespräche rückt man zusammen. Dazu wurde der Umgang mit Videokonferenzen perfektioniert – das wird uns auch in Zukunft die Möglichkeit geben, effizient Präsenz- und Onlinemeetings bei Bedarf einzusetzen. So konnte etwa ein erkrankter Gemeinderat an einer Gemeinderatssitzung teilnehmen. Außerdem wurden vermehrt aktuelle Neuigkeiten mit digitalen Medien wie Mail oder WhatsApp weitergegeben.

In der Krise hat sich gezeigt, dass Freiwilligkeit in unserer Region großgeschrieben wird. Wie empfindet man diese Tatsache als Bürgermeister?

Hainzl: Miteinander, Gemeinsamkeit und Freiwilligenarbeit sind unsere großen Stärken abseits urbaner Zentren und müssen es auch bleiben. Wir machen uns jetzt Gedanken darüber, wie wir in der hoffentlich bald kommenden Nach-Corona-Zeit gemeinsame Aktivitäten neu starten, die Bürger und Bürgerinnen wieder abholen und ins „Miteinander“ zurückholen. Besonders die Neuwahlen der Kommandos bei den Freiwilligen Feuerwehren geben hier einen guten Ansatzpunkt für einen Neustart.

Schauen wir noch einmal nach vorne: Was erhoffen Sie sich von 2021?

Hainzl: Dass Corona uns so schnell wie möglich verlässt, ohne Kranke oder gar Verstorbene zu hinterlassen. Dass die Bevölkerung die Wichtigkeit der Testung und der Impfung erkennt und annimmt. Dass wir Freude an der Umsetzung unserer gemeinsamen Projekte haben werden. Dass wir zu unterschiedlichen privaten, gesellschaftlichen und öffentlichen Anlässen uns treffen und gemeinsam feiern können.