Garser „Vogt“ Berger verlässt die Burg. Rudolf Berger, seit 1. November 2014 Geschäftsführer der Burg Gars GmbH, führt persönliche Gründe ins Treffen, warum er seine Tätigkeit mit Ende Juni beendet.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 28. Februar 2018 (04:11)
Rupert Kornell
Bürgermeister Martin Falk (links) ist auf der Suche nach einem neuen Geschäftsführer für die Burg Gars GmbH, nachdem Rudolf Berger seine Tätigkeit mit spätestens 30. Juni beendet.

„Ich laufe nicht vor der Verantwortung davon. Es sind rein persönliche Gründe“, führt Rudolf Berger ins Treffen, warum er mit spätestens Ende Juni seine Tätigkeit als Geschäftsführer der Burg Gars GmbH, eine 100 %-Tochter der Marktgemeinde, beendet. Vor etwa zehn Tagen hat er Bürgermeister Martin Falk davon informiert, gemeinsam mit Falk, vor zwei Tagen den Gemeindevorstand.

„Im Jahr 2017 haben wir das erste Mal mit deutlich schwarzen Zahlen bilanziert, daher kann ich ruhigen Gewissens sagen, dass ,der Laden‘ läuft. Ich stehle mich daher nicht davon“, sagt Berger der NÖN in einem Exklusiv-Interview. „Neben der Oper beginnen sich auch die Konzerte und andere Veranstaltungen zu etablieren. Darauf kann mein Nachfolger aufbauen. Wer das wird, das wird die Zeit zeigen.“

„Ich bin ein Hybrid-Typ, ein Mensch zwischen künstlerischer Tätigkeit und solcher als Geschäftsführer.“Rudolf Berger

Auf die „persönlichen Gründe“ für seinen Abschied, nachdem er seit dem 1. November 2014 als Geschäftsführer (und einige Monate davor als Konsulent) auf der Burg – der Ehrentitel „Burgvogt“ wurde ihm von Opern-Intendant Johannes Wildner „verliehen“ – angesprochen, führt Berger die physische und psychische Belastung ins Treffen. „Ich will mich nicht krankreden, aber die Arbeit hier ist doch sehr belastend.“

Außerdem möchte er mehr Zeit für kreative Tätigkeiten haben, die er zuletzt etwas brach liegen gelassen habe. „Ich bin ja ein Hybrid-Typ, ein Mensch zwischen künstlerischer Tätigkeit und einem Geschäftsführer. Ich möchte nicht, dass das in eine Richtung kippt.“ Und welche künstlerische Richtung soll das für den (auch) im Sologesang Ausgebildeten sein? Eine musikalische? „Nein, eher in die schreibende Richtung. Aber“, stellt er klar, „es ist eindeutig nicht so, dass ich ein Projekt vor mir habe und deswegen aufhöre.“

Auf die Frage, worauf er in seiner vierjährigen Tätigkeit besonders stolz sei, hebt er zuerst hervor, dass dies nur in Zusammenarbeit mit einem Team geschehen sei. „Natürlich war ich federführend, dass das Erwachen der Burg eingeleitet wurde mit Veranstaltungen von Ausstellungen bis zu Pop-Konzerten, dass die Burg, ein Juwel in diesem Tal, die ja in einem Dornröschen-Schlaf gelegen ist, wieder ins Gespräch gekommen und dass sie wieder mehr von Besuchern frequentiert wird.“ Wobei Berger nicht zu erwähnen vergisst, dass auch die bauliche Seite mit der Sanierung der Tribüne ein wichtiger Punkt ist.

Gemeinde macht sich auf Nachfolger-Suche

Was er noch gern umgesetzt hätte, aber nun wohl seinem Nachfolger zufällt: den eingeschlagenen Weg weiterzuführen, das Programm zu etablieren, die Burg ganzjährig als Veranstaltungszentrum zu nutzen, die Sanierung des Rittersaals …

Dass Berger diesen Schritt gesetzt hat, tut natürlich auch Falk leid: „Wir haben in diesen fast vier Jahren ein Vertrauensverhältnis aufgebaut. Und aufgrund dessen war mir klar, dass ich ihn nicht zum Weitermachen überreden kann.“

Der „Burgvogt“ habe genau das getan, was man sich von ihm erwartet habe, nämlich die Burg zu öffnen und das „finanzielle Vehikel“ in die richtige Richtung gebracht. „Wir werden uns ab sofort auf die Suche nach einem Nachfolger begeben. Wie schwierig das wird, kann ich noch nicht verifizieren. Aber Rudolf Berger wird uns da beratend zur Seite stehen, kennt er doch unter anderem als Vortragender an der Musik-Universität Wien die Branche.“

Das sagte Berger zu und auch, dass er sicher öfter nach Gars kommen werde: „Schließlich hat mir die Zeit hier viele neue Kontakte und auch neue Freunde gebracht!“